VDI Statement zum EWI Monitoring Bericht "Mehr Pragmatismus bei der Energiewende ist der richti

VDI Statement zum EWI Monitoring Bericht "Mehr Pragmatismus bei der Energiewende ist der richtige Weg."

ID: 2197861

(ots) - Adrian Willig, Direktor des Verein Deutscher Ingenieure (VDI), zu dem heute von Bundeswirtschaftsministerin Reiche vorgestellten Monitoring Bericht des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI):

"Die Bundesregierung hat die richtigen Schlüsse gezogen: Die Energiewende benötigt ein Update. Mehr Pragmatismus und Realismus sind der richtige Weg.

Die kommenden Monate und Jahre entscheiden, ob Deutschland den Wandel bezahlbar, praktikabel und mit breiter Akzeptanz schafft. Dabei entscheiden insbesondere die Stromkosten, denn sie sind die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands: Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss die Bezahlbarkeit im Zentrum stehen, wenn Deutschland als Industriestandort bestehen will.

Der Monitoringbericht zeigt: Es fehlt nicht an Energie, sondern an der besseren Nutzung und besseren Integration, gebremst durch schleppende Genehmigungen, fehlende Standards und mangelnde Synchronisierung von Erzeugung und Netzen. Gerade diese Synchronisierung ist entscheidend: Nur wenn Netzausbau, Speicher und Erzeugung zusammenpassen, vermeiden wir Engpässe und Akzeptanzprobleme.

Der größte Bremsklotz ist der stockende Netzausbau. Hier brauchen wir mehr Tempo und moderne Strukturen: digitale Netze, intelligente Messsysteme und grid-forming-fähige Einspeiser für die Systemstabilität. Mehr einheitliche Standards bei den Netzanschlüssen würden den Ausbau zusätzlich beschleunigen. Intelligente Messsysteme und Batteriespeicher sind keine Zukunftsmusik, sondern überfällige Basis-Infrastruktur.

Speicher sind bei der künftigen Energiepolitik ein Gamechanger. Sie müssen nicht nur ausgebaut, sondern differenziert eingesetzt werden - für Sekunden, Stunden und Wochen. Dafür bedarf es sowohl großer Wasserstoffspeicher z.B. in Salz-Kavernen als auch für die Kurzzeitspeicherung Batteriespeicher. Nur so lassen sich Dunkelflauten überbrücken und Solarspitzen sinnvoll abfangen.



Für den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft sind pragmatische Rahmenbedingungen notwendig. Daher ist der Vorschlag zur Reduktion regulatorischer Vorgaben für grünen Wasserstoff zu begrüßen. Auch hier sollte das systemische Zusammenspiel zwischen Elektrolyseuren, EE-Erzeugung und Netzauslastung berücksichtigt werden. Der VDI hat hierzu bereits im Frühling Vorschläge zum Wasserstoffhochlauf erarbeitet und vorgestellt.

Auch die Versorgungssicherheit muss neu gedacht werden: Reservekapazitäten sind unverzichtbar. Neue Kraftwerke sollten möglichst wasserstofffähig sein, aber: 'H2-ready' darf kein bloßes Etikett bleiben. Ohne klare technische Standards und praktikable Umrüstpfade bleibt dieser Anspruch wirkungslos. Entscheidend ist die Systemfunktion: flexible Kraftwerke, Speicher und Nachfrageflexibilität müssen zusammenspielen, damit das Gesamtsystem stabil bleibt.

Fakt ist: Ohne Tempo, Mut und ingenieurtechnische Verlässlichkeit wird die Energiewende zwar gelingen - aber langsamer, teurer und mit höheren Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit."

VDI als Gestalter der Zukunft

Mit unserer Community und unseren rund 130.000 Mitgliedern setzen wir, der VDI e.V., Impulse für die Zukunft und bilden ein einzigartiges multidisziplinäres Netzwerk, das richtungweisende Entwicklungen mitgestaltet und prägt. Als bedeutender deutscher technischer Regelsetzer bündeln wir Kompetenzen, um die Welt von morgen zu gestalten und leisten einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern. Mit Deutschlands größter Community für Ingenieurinnen und Ingenieure, unseren Mitgliedern und unseren umfangreichen Angeboten, schaffen wir das Zuhause aller technisch inspirierten Menschen. Dabei sind wir bundesweit, auf regionaler und lokaler Ebene in Landesverbänden und Bezirksvereinen aktiv. Das Fundament unserer täglichen Arbeit bilden unsere rund 10.000 ehrenamtlichen Expertinnen und Experten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen.

Ihr Ansprechpartner in der VDI-Pressestelle:

Sarah Janczura
Pressesprecherin
Telefon: +49 211 6214-641
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Datum: 15.09.2025 - 14:02 Uhr
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