IHK-Prognose: Saarwirtschaft vor zaghafter Belebung– Miniwachstum von real 0,5 Prozent möglich – Beschäftigungsabbau wird sich fortsetzen
ID: 2220801
Das Saarland fällt weiter zurück
Auch mit einem Wachstum von einem halben Prozent läge die Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr noch deutlich unter dem Niveau von 2008 – dem Jahr der Lehman-Pleite. So verfestigt sich der Wohlstandsverlust immer weiter. Ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre macht den großen Handlungsbedarf deutlich: So ist das reale Bruttoinlandsprodukt im Saarland seit 2010 nur rund ein Sechstel so stark gewachsen wie im Bundesdurchschnitt. Damit hat sich die Wachstumslücke gegenüber anderen Bundesländern nicht nur verstetigt, sondern kontinuierlich ausgeweitet. „Das Saarland verliert seit Jahren an wirtschaftlicher Dynamik und fällt im Ländervergleich strukturell zurück. Dies zeigt sich nicht nur in geringerer Wertschöpfung, sondern auch in sinkenden Investitionsspielräumen, einer zunehmenden Belastung der öffentlichen Haushalte sowie in eingeschränkten Perspektiven für Beschäftigung und Einkommen. Die wirtschaftliche Schwäche wirkt weit über einzelne Branchen hinaus und betrifft den Standort in seiner Gesamtheit“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.
Arbeitsmarkt: Belastungen setzen sich fort
Die sich fortsetzende Wachstumsschwäche hat sich 2025 auch auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Nach einer Phase relativer Stabilität infolge von Kurzarbeit, Arbeitszeitkonten und internen Flexibilisierungsmaßnahmen nahm der Anpassungsdruck im Jahresverlauf spürbar zu. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Zahl der Arbeitslosen um rund 2.000 Personen gestiegen sein, während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um gut 2.300 Stellen zurückgeht. Für 2026 erwartet die IHK auf Basis bereits angekündigter Personalanpassungen und laufender Restrukturierungsprozesse einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie einen Beschäftigungsverlust von bis zu 3.500 Stellen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dürfte dann im Jahresdurchschnitt auf rund 386.000 sinken. Damit rückt das von der Landesregierung formulierte Ziel von 400.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in weite Ferne.
Wirtschaftspolitischer Kurswechsel erforderlich: Standortbedingungen verbessern, Mittelstand stärken
Vor diesem Hintergrund reiche eine konjunkturelle Stabilisierung nicht aus. „Erforderlich ist ein klarer wirtschaftspolitischer Kurswechsel, der auf eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und eine konsequente Verbesserung der Standortbedingungen abzielt“, so Dornseifer. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche und des tiefgreifenden Strukturwandels komme es aus Sicht der IHK entscheidend darauf an, wie die Landesregierung ihre wirtschaftspolitische Steuerungsfunktion wahrnimmt. „Für die Zukunftsfähigkeit des Standorts sind dabei weniger Einzelprogramme entscheidend als klare Leitlinien, verlässliche Prioritäten und eine konsequente Umsetzung. Wir brauchen ein klares, zukunftsorientiertes Leitbild für das Saarland, das wirtschaftliche Perspektiven aufzeigt, Orientierung bietet und Investitionsentscheidungen unterstützt“, sagt Thomé. Dabei komme dem Mittelstand alsTräger von Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung eine zentrale Rolle zu.
Die Saarwirtschaft verfüge trotz der aktuellen Belastungen über erhebliche Potenziale. „Wenn Reformtempo, Steuerungsfähigkeit und klare Prioritäten zusammenkommen, kann aus einem zarten Aufschwung ein nachhaltiger Aufholprozess werden, in dem Unternehmen wieder verstärkt in neue Maschinen, Technologien und Prozesse investieren“, so der Hauptgeschäftsführer.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 22.12.2025 - 17:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2220801
Anzahl Zeichen: 4951
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Mathias Hafner
Stadt:
Saarbrücken
Telefon: +49 (681) 9520-300
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 377 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"IHK-Prognose: Saarwirtschaft vor zaghafter Belebung– Miniwachstum von real 0,5 Prozent möglich – Beschäftigungsabbau wird sich fortsetzen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé: „Das Reformpaket enthält einige richtige und überfällige Schritte – insbesondere beim Abbau von Bürokratie, bei Krankschreibungen und bei der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Der große wirtschaftspolitische Befreiungsschlag bleibt jed
IHK: Zukunft des Saarlandes braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit – nicht neue Belastungen ...
Die IHK Saarland sieht im Jahresbericht 2026 der Arbeitskammer einen wichtigen Anlass für eine grundsätzliche wirtschaftspolitische Debatte über die Zukunft des Saarlandes. Der Bericht benenne zwar reale Herausforderungen – von Transformation über Fachkräftesicherung bis hin zu sozialem Zusam
Thomé: „Dauerstaus und jahrelange Einschränkungen dürfen nicht zum Normalzustand im Saarland werden“ ...
Die IHK Saarland sieht die zunehmenden Verkehrsbehinderungen auf den wichtigsten Verkehrsachsen des Landes mit wachsender Sorge. Hintergrund sind zahlreiche Rückmeldungen von Unternehmen aus Industrie, Handel, Logistik, Gastronomie und Tourismus, die von erheblichen Belastungen durch die aktuelle B
Weitere Mitteilungen von Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
Wie Vereine vom Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung profitieren ...
Das GaFöG schafft ab dem Schuljahr 2026/27 einen Rechtsanspruch für Kinder im Grundschulalter, eine ganztägige Betreuung und Förderung an allen Werktagen zu erhalten. Was steckt hinter dem Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (GaFöG)? Das GaFöG schafft einen Re
Rainer Maria Morita im House of Lords (UK) zum„Transformational Leader of the Year 2025” ernannt ...
Der globale Unternehmensberater und Bestsellerautor Rainer Maria Morita wurde bei der renommierten Global Leadership Conclave 2025, die im berühmten House of Lords (UK), dem Parlament des Vereinigten Königreichs, stattfand, als „Transformational Leader of the Year 2025” in der Kategorie „Glo
Fachwissen plus Betriebswirtschaft: Das perfekte Fundament für Gründer ...
Warum berufliche Weiterbildung oft der erste Schritt in die Selbständigkeit ist Der Weg in die Selbständigkeit entsteht selten über Nacht. Häufig beginnt er mit einer beruflichen Weiterqualifizierung, die neue Perspektiven eröffnet und das Fundament für unternehmerisches Denken legt. Besond
Venture Capital als Wachstumsmotor für den Mittelstand ...
Investition in Innovation Die Teilnehmer des Nürnberger Unternehmer-Kongresses dürfen sich auf sieben interaktive Gesprächskreise freuen, die praxisnahes Wissen, strategische Impulse und fundierte Einblicke in aktuelle Zukunftsthemen bieten. Einer davon ist der Gesprächskreis „Venture Capita




