Deutsche Umwelthilfe übergibt mehr als 1 Million Unterschriften für Böllerverbot und fordert von

Deutsche Umwelthilfe übergibt mehr als 1 Million Unterschriften für Böllerverbot und fordert von Innenminister Dobrindt absolutes Böllerverbot noch in diesem Jahr

ID: 2222017

(ots) -
- DUH übergibt ihre bisher größte Petition: Mehrheit der Bundesbürger steht hinter dem Aktionsbündnis #böllerciao
- Nach erneutem Ausnahmezustand zum Jahreswechsel: DUH-Bundesgeschäftsführer Resch wirft Minister Dobrindt "Versagen" beim Schutz der Menschen vor und macht ihn persönlich verantwortlich für vermeidbare Tote und unzählige verletzte Menschen aufgrund legal gekaufter Böller und Raketen
- Bündnis #böllerciao ruft zu weiteren Unterschriften gegen ignorante Regierungspolitiker auf und will so weiter Druck machen für ein bundesweites Böllerverbot wie in den Niederlanden noch in 2026 - Mitmachlink: www.duh.de/boellerciao

Mit 1.035.809 Unterschriften fordern die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das von ihr initiierte Bündnis #böllerciao ein bundesweites Böllerverbot - einen entsprechenden Offenen Brief übergab das Bündnis heute an das Bundesinnenministerium. Die DUH fordert eine sofortige Änderung der Sprengstoffverordnung durch Bundesinnenminister Dobrindt für ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot von privater Pyrotechnik an Silvester. Zum Jahreswechsel gab es aufgrund von privatem Feuerwerk mindestens sieben Todesopfer in Deutschland, zahlreiche Schwerverletzte, Brände, attackierte Einsatzkräfte, extrem gesundheitsschädliche Feinstaub-Spitzen und eine massive Belastung von Mensch, Tier und Umwelt.

Trotz der dramatischen Silvesterbilanz schloss das Ministerium eine Annahme des Offenen Briefes auf Minister- oder Staatssekretärsebene als "bewusste Entscheidung" ausdrücklich aus. Auch inhaltlich habe sich die Position zum Thema im letzten Jahr nicht verändert, obwohl dem Haus sowohl die hohe Zahl der Unterschriften als auch das deutlich gewachsene Bündnis bekannt seien, so der Vertreter des Ministeriums gegenüber der das Bündnis koordinierenden DUH.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Nach den Ereignissen und den vielen Toten und Verletzten zu diesem Silvesterfest steht Minister Dobrindt vor seinem persönlichen Debakel. Er hätte es in der Hand gehabt, viele der Todesfälle und der unzähligen verletzten Menschen und zerstörten Wohnungen und Häuser zu vermeiden. Aber er hat versagt. Was muss noch an Silvester passieren, damit der Bundesinnenminister handelt? Es ist sein Versagen, dass zu diesem Jahreswechsel so viele Tote und verletzte Menschen zu beklagen sind. Die Hände von unbeteiligten Kindern zerfetzt, Augen und Ohren zum Teil unwiederbringlich geschädigt, Wohnungen und Häuser ein Raub der Flammen. Millionen Tiere gerieten einmal mehr in Panik und Städte wurden mit neuen Rekordwerten von gesundheitsschädlichem Feinstaub geflutet. Daher rufe ich alle Menschen auf, ihre Stimme für ein Ende der archaischen Silvester-Böllerei abzugeben unter: www.duh.de/boellerciao"



Das zentrale Argument des Bundesinnenministeriums, ein bundesweites Böllerverbot sei "nicht verhältnismäßig", steht im Widerspruch zur selbst eingestandenen Faktenlage. Die Bundesregierung räumt ein, über keine belastbaren Daten zu Verletztenzahlen, zu den Kosten für Krankenhäuser, Feuerwehr und Polizei oder zu den gesamtgesellschaftlichen Schäden zu verfügen. Unklar bleibt damit, auf welcher Grundlage eine Abwägung der Verhältnismäßigkeit erfolgt ist, wenn die Folgen für Menschen, Umwelt und öffentliche Haushalte nicht systematisch erfasst werden. Auch die Behauptung, es gebe keine Mehrheit der Bundesländer für Änderungen, ist nicht haltbar: Zehn von sechzehn Bundesländern sprechen sich inzwischen dafür aus, die bestehenden Regelungen zum Silvesterfeuerwerk zu ändern oder den Ländern und Kommunen deutlich mehr Handlungsspielraum einzuräumen. Nach vielen Jahren einer immer größer werdenden, von der DUH koordinierten Allianz bewegt sich politisch endlich etwas - nur das Bundesinnenministerium blockiert weiter.

Hintergrund:

Das Bündnis #böllerciao, das den Offenen Brief trägt, umfasst inzwischen 66 Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Gesundheits-, Tier-, Verbraucher- und Arbeitsschutz:

Deutsche Umwelthilfe, Gewerkschaft der Polizei, Bundesärztekammer, VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz, TASSO, Jane Goodall Institut Deutschland, Deutscher Tierschutzbund, PETA Deutschland, Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner, Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Menschen für Tierrechte - Baden-Württemberg, Bundesverband Tierschutz e.V., NaturFreunde Deutschlands, Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln, Pro Wildlife e.V., Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V., Deutsche Tinnitus-Liga e.v., Bundesverband Bürohund e. V., Haustierregister FINDEFIX, Deutscher Naturschutzring (DNR) e. V., Retinologische Gesellschaft e. V., Welttierschutzgesellschaft e. V., Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft, Land der Tiere, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V., Wildtierschutz Deutschland e. V., Deutsche Atemwegsliga, Deutsche Lungenstiftung, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD), Senior*innenvertretung Tempelhof-Schöneberg, Die Augenchirurginnen, Landesseniorenbeirat Berlin, Animals United e. V., Deutsche Tier-Lobby e. V., Fortuna hilft e. V., ZUKE Green Community GmbH, Stiftung Hof Butenland, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V., fuss e. V., KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, NAJU (Naturschutzjugend im NABU), Health for Future, holi.social, Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Verband Neurodiversität, Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (BMT), Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Andreas Reuland (Augenarzt), Norbert Mülleneisen (Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde und Umweltmediziner), International Fund for Animal Welfare (IFAW), Bundesverbands für Umweltberatung (bfub) e.V., Zero Waste Germany e. V., Naida e.V., Tierschutz-Entwicklungshilfe e.V., Berliner Behindertenverband e.V, KynoLogisch gemeinnützige GmbH, Hunderettung Europa e.V, Rettet das Huhn e.V., Help for Strays e.V., Pro Animale für Tiere in Not e.V., Pro Regenwald e.V., Tiernotruf e.V., Sea Sheperd Deutschland, Mission Erde e.V., Team Tierschutz gGmbH, Pro Lebensglück e.V.

Links:


- Zum Offenen Brief: www.duh.de/boellerciao
- Fotos von der Übergabe: https://l.duh.de/p260106

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de


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Datum: 05.01.2026 - 12:50 Uhr
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