Pharma-Daten 2025: Deutliche Warnzeichen
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(ots) - Die Erfolgsgeschichte der COVID-19-Impfstoffe hat die Wahrnehmung der pharmazeutischen Industrie in Politik und Öffentlichkeit verändert. Schon die "Ampelregierung" bezeichnete sie als "Leitindustrie". Die jetzige Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Gesundheitswirtschaft und insbesondere die pharmazeutische Industrie als "Leitwirtschaft" definiert, die gestärkt werden solle. Die neueste Ausgabe der Pharma-Daten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigt, dass genau das auch notwendig ist, wenn die Branche ein stabiler und sicherer Standortfaktor bleiben soll.
Rückläufige Produktions- und Umsatzzahlen sind deutliche Warnsignale. Sah es im ersten Quartal 2025 nach einer Erholung aus, ging der Umsatz im zweiten Quartal um acht Prozent zurück; die Produktion verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Minus von knapp sechs Prozent. Im Inlandsgeschäft ist die Trendwende ausgeblieben. Angesichts geopolitischer Turbulenzen wächst die Sorge vor zu großer Abhängigkeit von Lieferanten aus Asien. Dazu kommen die handelspolitischen Unsicherheiten insbesondere mit den USA, dem mit Abstand wichtigsten Exportmarkt.
Mittelständische Branchenstruktur
Die Pharma-Daten belegen einmal mehr, wie stark die pharmazeutische Industrie am Standort Deutschland mittelständisch geprägt ist (vgl. Abbildung 1). Sie zeigen auch, dass der Fachkräftemangel zu einem wachsenden Problem für die Unternehmen wird.
Trotz steigender Kosten vor allem für Energie ist die pharmazeutische Industrie nach wie vor diejenige Branche, die mit einer Re-Investitionsquote von bis zu 17 Prozent vom Umsatz deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung steckt als jede andere Industrie hierzulande (vgl. Abbildung 2).
Graphik 1: BPI-Pharmadaten: Unternehmen nach Größenklassen
Graphik 2: BPI-Pharmadaten: F&E-Intensität nach Wirtschaftszweigen 2024 in Prozent
Joachimsen: Entlasten und stärken statt belasten und schwächen
BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen kommentiert die Pharma-Daten so:
"Die pharmazeutische Industrie kann sich trotz der schwierigen konjunkturellen Lage noch einigermaßen behaupten. Jedoch sind die Warnsignale nicht zu übersehen. Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen 2025 genau wie schon 2024 durch Rabattverträge, Zwangsabschläge sowie Fest- und Erstattungsbeträge mehr als 24 Milliarden Euro zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung (GVK) gezahlt haben. Trotzdem werden die Stimmen aus der Kassenlandschaft lauter, die den Preisdruck weiter erhöhen wollen. Wenn die pharmazeutische Industrie eine 'Leitwirtschaft' bleiben soll, dann muss sie entlastet und gestärkt statt noch mehr belastet und geschwächt werden."
Graphik 3: BPI-Pharmadaten: Beitrag der pharmazeutischen Industrie zur Entlastung der GKV in 2025 in Milliarden Euro
Graphik 4: BPI-Pharmadaten: Herstellerabschläge in der GKV 2027 - 2025 in Millionen Euro
Umfassender Branchenüberblick
Die 55. Ausgabe der jährlich erscheinenden BPI-Pharma-Daten analysiert die Leistungsfähigkeit der Branche. Der Inhalt erstreckt sich von den Standortbedingungen in Deutschland, der Lage am europäischen und am Welt-Pharmamarkt über Forschung, Entwicklung und Innovationen bis hin zum deutschen Gesundheitswesen und Apothekenmarkt.
Mit Grafiken, Zahlen und Fakten bietet die kostenfreie Broschüre detaillierte Analysen und ist zum unverzichtbaren Nachschlagewerk geworden. Zusätzlich stellt der BPI für den schnellen Überblick die "Pharma-Daten kompakt" bereit.
Die BPI-Pharma-Daten 2025 und die Kompaktversion stehen ab sofort als Download (https://www.bpi.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=83922&token=c99adf6283e76399ccac8e4d686453784b2e3a03) zur Verfügung und können auch als Printversion bestellt werden.
Pressekontakt:
Laura Perotti (Kommissarische Pressesprecherin),
Tel. 030 27909-131, lperotti@bpi.de
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Datum: 02.02.2026 - 13:41 Uhr
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