Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Wenn Kälte, Angst und Drohnen den Alltag bestimmen - Millionen Men

Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Wenn Kälte, Angst und Drohnen den Alltag bestimmen - Millionen Menschen brauchen schnelle Hilfe und endlich Frieden!

ID: 2229146

(ots) - Es ist der härteste Winter seit Beginn des russischen Angriffskriegs: Auch vier Jahre später ist die humanitäre Lage in der Ukraine katastrophal. Wiederholte Angriffe auf die Energieversorgung, anhaltende Kampfhandlungen und extreme Winterbedingungen mit bis zu minus 30 Grad Celsius führen zu massiven Strom- und Heizungsausfällen. Laut den Vereinten Nationen benötigen 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

"Dieser Winter entscheidet für viele Menschen über Leben oder Tod", sagt Oleksandra Titorova, eine Ukrainerin aus dem Team der Welthungerhilfe, die gerade von einem Besuch aus der stark umkämpften Region Charkiw zurückgekehrt ist. "Wenn durch den anhaltenden Beschuss mitten im Winter Strom und Heizung ausfallen, Preise steigen und Einkommen wegbrechen, geraten Familien in existenzielle Not."

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden landesweit mehr als 63.000 Einrichtungen der Energieversorgung beschädigt. Besonders gravierend sind die Folgen in Regionen, in denen die Welthungerhilfe arbeitet - etwa in Charkiw, wo sie seit 2023 aktiv ist. Dort wurde in den letzten Tagen eines der wichtigsten Heizkraftwerke schwer beschädigt. Nach Angaben der Behörden sind rund 110.000 Haushalte ohne Wärme, in etwa 800 Gebäuden musste die Heizversorgung vorsorglich abgeschaltet werden.

Leben unter Besatzung, Beschuss und ständiger Angst

Was diese Zahlen konkret bedeuten, zeigt das Beispiel von Liudmyla Bilous (55) aus dem Dorf Wasylenkowe in der Region Charkiw, nur rund 50 Kilometer von der umkämpften Stadt Kupjansk entfernt. Von Februar bis September 2022 lebte Liudmyla dort unter russischer Besatzung. In dieser Zeit wurden Schulen, Geschäfte und medizinische Versorgungseinrichtungen zerstört. Heute ist die Besatzung vorbei - doch von Sicherheit kann keine Rede sein. "Über uns fliegen ständig Drohnen und Raketen", berichtet Liudmyla. Immer wieder würden Drohnen gezielt Menschen verfolgen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner wagten es deshalb kaum noch, das Haus zu verlassen. Die Angst sei allgegenwärtig, viele Menschen psychisch erschöpft. Liudmyla lebt mit ihrer 88-jährigen Mutter und ihrer 85-jährigen Schwiegermutter zusammen und sorgt für die beiden. Eine Flucht wäre für sie kaum zu bewältigen. "Meine Monatsrente im Dezember haben wir vor allem für Medikamente und Energiekosten gebraucht", betont Liudmyla.



Bargeldhilfe als zentrale Winterhilfe

Angesichts der anhaltenden Angriffe bleibt die Verteilung von Bargeldhilfen ein zentraler Bestandteil der humanitären Winterhilfe. Sie ermöglicht es den betroffenen Menschen flexibel auf steigende Kosten und Ausfälle zu reagieren - etwa für Heizmaterial, Nebenkosten, Lebensmittel oder Medikamente. Seit 2022 unterstützte die Welthungerhilfe und ihre Partnerorganisationen insgesamt über 190.000 Menschen mit sogenannter Cash Assistance.

"Humanitäre Hilfe kann Leben retten - aber sie ersetzt keinen Frieden", betont Oleksandra Titorova. "Die Menschen in der Ukraine brauchen mehr internationale Solidarität und vor allem Frieden, um der ständigen Angst zu entkommen und wieder eine Zukunft aufbauen zu können. Der Krieg muss endlich aufhören!"

Die Welthungerhilfe steht weiterhin an der Seite der Menschen in der Ukraine, insbesondere in den stark umkämpften Regionen wie Charkiw, Sumy, Mykolajiw und Cherson. Um diese Unterstützung aufrechtzuerhalten und auszuweiten, bittet die Welthungerhilfe dringend um Spenden unter dem Stichwort "Nothilfe Ukraine (https://www.welthungerhilfe.de/ukraine-krise)".

Oleksandra Titorova steht bei Interesse für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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Datum: 04.02.2026 - 08:30 Uhr
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