Personalvertretungen klagen gegen Berliner Kultursenatorin
ID: 2231381

(ots) - Der Hauptpersonalrat des Landes Berlin und der Personalrat des Maxim Gorki Theaters haben Klage gegen die Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson beim Berliner Verwaltungsgericht eingereicht. Daniela Ortmann, Vorsitzende des Hauptpersonalrats, also der Personalvertretung aller Landesbeschäftigten, sagte auf Anfrage des rbb, dass sich das Gremium in seinen Mitwirkungspflichten verletzt sehe. Seit Mitte 2025 stehe im Raum, dass es bei den vier landeseigenen Theatern (Maxim Gorki Theater, Volksbühne, Deutsches Theater und das Theater an der Parkaue) organisatorische Veränderungen geben soll. Auslöser für diese Überlegungen waren die angekündigten Kürzungen von zehn bis zwölf Prozent im Berliner Kulturetat.
Es gäbe Überlegungen zur Zusammenlegung von einzelnen Services wie z.B. den Werkstätten, aber auch dazu, mehrere Häuser in eine Stiftung zu überführen, sagt Daniela Ortmann. Neben den Personalräten der einzelnen Häuser ist der Hauptpersonalrat zuständig, sobald eine Maßnahme mehrere Häuser betrifft. Zu diesen Fragen hat die Senatsverwaltung für Kultur ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, sagt Ortmann. "Wir haben im Vorfeld der Gutachtenbeauftragung um Auskünfte gebeten und sind ohne konkrete Antwort geblieben." Ihr Eindruck sei, dass die Senatorin Regelungen des Personalvertretungsgesetzes unbeachtet ließe. Das sei auch im Vergleich zur Zusammenarbeit mit anderen Senatorinnen und Senatoren ungewöhnlich.
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sagte auf Anfrage des rbb, dass sich die Senatorin mehrfach zu informellen Gesprächen mit Personalräten getroffen hat. Daniela Ortmann bestätigt, dass es im September und November Treffen mit den Vertretern des HPR und den Personalräten der betroffenen Häuser gegeben habe, das seien aber keine offiziellen Beteiligungsgespräche gewesen. Die wesentlichen Informationen hätten die Personalvertretungen aber aus den Medien oder aus Anfragen im Kulturausschuss erfahren. Ein im November eingereichter Initiativantrag zur räumlichen Zusammenlegung der Probebühnen und der Werkstätten von Volksbühne und Maxim Gorki Theater, den der Hauptpersonalrat zusammen mit den Bühnen erarbeitet hat, sei ohne konkrete Antwort geblieben. Bei der Vorstellung der mit dem Gutachten beauftragten actori GmbH sei der Hauptpersonalrat nur auf Bitte dazugeladen worden.
Die Klage sei nach mehreren Kommunikationsangeboten das letzte Mittel, sagt Ortmann: "Wenn nichts anderes hilft, dann muss man halt vor das Verwaltungsgericht ziehen. Das ist heute passiert."Neben dem Hauptpersonalrat hat nach Informationen des rbb auch der Personalrat des Maxim Gorki Theaters schon Ende Januar eine Klage zur "Feststellung der Verletzung des Mitwirkungsrechts" beim Berliner Verwaltungsgericht eingereicht. Weitere Theater könnten folgen.
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt wollte sich auf Anfrage nicht zum Sachverhalt äußern "da es sich hierbei um ein laufendes Verfahren handelt".
Pressekontakt:
Rundfunk Berlin-Brandenburg
rbb24 Inforadio
Chef/Chefin vom Dienst
Tel.: 030 - 97993 - 37400
Mail: info@inforadio.de
Original-Content von: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.02.2026 - 15:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2231381
Anzahl Zeichen: 3374
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 405 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Personalvertretungen klagen gegen Berliner Kultursenatorin"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Pflegeheimbetreiber, die weniger als das vertraglich mit den Pflegekassen vereinbarte Personal anstellen, werden finanziell kaum zur Verantwortung gezogen. Die AOK Nordost fordert gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband, dass künftig zu viel gezahlte Gelder für Personal vollständig zurückgezahlt we
rbb QUEER geht am 14. Juli in die neunte Runde ...
Unter dem Titel rbb QUEER präsentiert das rbb Fernsehen seit 2018 eine eigene Filmreihe jenseits der Hetero-Norm. Die Zuschauer:innen erwartet diesen Sommer wieder großes Kino mit berührenden Liebesgeschichten, ergreifenden Dramen und preisgekrönten Festival-Highlights. Vom 14. Juli bis 18. Augu
rbb-exklusiv: Ex-Digitalstaatssekretär: Senatskanzlei prüft Anspruch auf Übergangsgeld ...
Die Berliner Senatskanzlei prüft aktuell, ob Matthias Hundt (CDU) Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von gut 50.000 Euro hat. Bei der Prüfung geht es auch um die Frage, der Rücknahme seiner Ernennung zum Staatssekretär am 18. März 2026. Das teilte die Senatskanzlei der Redaktion rbb24 Reche
Weitere Mitteilungen von rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg
Lebensversicherung vorzeitig beenden - warum jahrzehntelange Verträge heute zur Belastung werden können ...
Kündigung, Rückkauf, Prämienfreistellung und Rücktritt in Österreich - was wirklich dahintersteckt und warum falsche Entscheidungen teuer sind Die Entscheidung für eine Lebensversicherung fällt selten in einer Krise. Meist wird sie in ruhigen Zeiten getroffen, getragen vom Wunsch nach Sich
Kürzung bei Integrationskursen: SPD ruft Dobrindt auf, Entscheidung zurückzunehmen ...
Im Streit um Kürzungen bei den Integrationskursen erhöht die SPD den Druck auf ihren Koalitionspartner. "Im Haushalt 2026 stehen zusätzlich 110 Millionen Euro für Integrations- und Sprachkurse bereit - das haben wir in den Abschlussberatungen zum Haushalt explizit so vereinbart. Dort jetzt
König Mohammed Vi. Verfügt Ein Umfangreiches Hilfsprogramm Für Die Von Den Überschwemmungen Betroffenen Bevölkerungsgruppen ...
Nach den außergewöhnlich heftigen Unwettern, die das Königreich in den letzten zwei Monaten heimgesucht haben und insbesondere die Ebenen von Gharb und Loukkos betroffen haben, hat Seine Majestät König Mohammed VI. der Regierung seine hohen Anweisungen erteilt. Laut einer Mitteilung des Kabine
Zu wenig, zu kleinteilig ...
Die politisch Verantwortlichen der Europäischen Union setzen bei ihrem Wirtschaftsgipfel in der belgischen Provinz auf ein bisschen Kettensäge statt auf Investitionen und Innovationen. Wenn sie sich bis zum entscheidenden Treffen im Frühjahr nicht noch einiges einfallen lassen, droht die ökonomi




