Fusionsreaktor: Das Vorpreschen Bayerns irritiert
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(ots) - Mit der Ankündigung aus Bayern, Landesmittel in Höhe von 400 Millionen Euro für den Bau eines Fusionskraftwerks am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen zur Verfügung zu stellen, bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet. Eine unabhängige Bewertung des Vorhabens inklusive der zu erwartenden Kosten und eines realistischen Zeitplans bleiben notwendige Voraussetzungen für ein mögliches Engagement des Bundes. Die Erforschung der Fusionstechnologien ist Schwerpunkt der Hightech Agenda des Bundes. Hierbei will das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt Roadmaps mit Wegmarken, klaren Zeitplänen sowie wissenschaftsgeleiteten Ausschreibungen vorlegen.
Holger Mann, zuständiger Berichterstatter:
"Der Bau eines Demonstrators zur Gewinnung von Fusionsenergie ist eine Milliardeninvestition, die die Forschungsförderung des Bundes über mindestens ein Jahrzehnt hinweg binden wird. Die Entscheidung über den richtigen Technologiepfad und Standort braucht geordnete Verfahren mit einer unabhängigen, wissenschaftsgeleiteten Bewertung. Großforschungsanlagen wie ITER zeigen, dass sonst Milliardenbaustellen entstehen, die alle Kosten- und Zeitrahmen überschreiten.
Ein realistischer Zeitplan mit konkreten technologischen Meilensteinen für einen Demonstrator liegt nicht vor. Für die SPD-Bundestagsfraktion ist dies aber eine notwendige Voraussetzung für eine Entscheidung über das Engagement des Bundes. Wir erwarten vom Bundesforschungsministerium, dass eine nationale Technologieagenda nicht zur Standortförderung einer Regionalregierung wird.
Forschungspolitik als Gemeinschaftsaufgabe benötigt immer auch das Engagement der Länder. Deswegen begrüßen wir das bayerische Angebot grundsätzlich. Welchen Wert die sogenannte Fusionsallianz vor diesem Hintergrund noch hat, bleibt aber offen. Der vorliegende Vorschlag scheint mehr auf ein Bundesland fokussiert zu sein, als den Gedanken der Netzwerkstruktur zu befördern, wie er in der High-Tech-Agenda angelegt ist. Wir sind der Überzeugung, dass zahlreiche Bundesländer Stärken in der Fusionsforschung haben. Diese gilt es bei der Entscheidungsfindung angemessen zu berücksichtigen."
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Datum: 26.02.2026 - 13:01 Uhr
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