2. Mitteldeutscher Datenschutztag in Erfurt
Datenschutz als Enabler für Digitalisierung und KI
Rund 150 Datenschutzbeauftragte und Datenschutzexperten sowie Verantwortliche aus Behörden, Kommunen und weiteren Organisationen nutzten die Konferenz für fachlichen Austausch und konkrete Praxisimpulse – u. a. zu KI, Verwaltungsdigitalisierung, Betroffenenrechten, Videoüberwachung, Messengerdiensten und Beschäftigtendatenschutz.
Digitalisierung, Bürokratieabbau und KI „zusammengedacht“
Im Eröffnungsplenum setzten die Keynotes von Tino Melzer, Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Dr. Juliane Hundert, Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte und Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt, die thematischen Leitplanken – von Datenschutz in der Digitalisierung 2026 über Bürokratieabbau-Perspektiven bis zu Anforderungen an den datenschutzkonformen KI-Einsatz.
Tino Melzer (TLfDI): „Im Jahr 2026 steht der Datenschutz angesichts der rasanten digitalen Entwicklungen mehr denn je vor der Aufgabe, Innovationen verantwortungsvoll zu begleiten. Datenschutz ist dabei kein Hemmnis, sondern Qualitätsmerkmal digitaler Prozesse und ein zentraler Vertrauensfaktor. Es war mir eine Freude, gemeinsam zu erörtern, wie wir diesen Anspruch praxisnah und zukunftsorientiert ausgestalten können.“
Dr. Juliane Hundert, Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte: „Datenschutz ist Grundrechtsschutz und dieser unterliegt keinen Effektivitäts- oder Nützlichkeitserwägungen. Das wird in der Forderung nach Bürokratieabbau oft vergessen. Soweit Bürokratieabbau mit dem Abbau von grundrechtlichen Standards einhergehen soll, müssen wir Datenschutzaufsichtsbehörden Grenzen ziehen. In der Diskussion, wo wir Grundrechtsschutz effektiver gestalten und Grundrechte besser zur Geltung verhelfen können, sind wir jedoch gern dabei.“
Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz von Sachsen-Anhalt: „Sowohl das Training als auch der Einsatz von KI fordert Datennutzung in großem Umfang und baut dadurch gefühlt ein Spannungsfeld zum Datenschutz auf. Aus meiner Sicht geht es darum, eine Balance zwischen Datenschutz und Datennutzung zu finden, die den Datenschutzstandard hält. Ich freue mich darauf diese und andere spannende Datenschutzfragen mit den anwesenden behördlichen und betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu diskutieren.“
Austauschformat und Praxisbezug
Das Programm verband Impulse aus Aufsicht und Praxis mit parallelen Vorträgen und einem offenen Abschlussformat „Die Aufsichtsbehörden beantworten Ihre Fragen“. Moderiert wurde das Abschlussplenum von Regina Mühlich, Vorständin des BvD.
Nach der Premiere 2025 in Magdeburg wurde der Mitteldeutsche Datenschutztag damit zum zweiten Mal fortgeführt – diesmal in Erfurt.
Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. engagiert sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung eines starken Datenschutzrahmens. Dies umfasst sowohl die gesetzliche Benennungspflicht als auch die praxisgerechte Umsetzung neuer technischer und rechtlicher Herausforderungen. Datenschutzbeauftragte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben, sind wichtige Impulsgeber bei technologischen Entwicklungen und tragen durch ihre Arbeit wesentlich zum Bürokratieabbau innerhalb der Unternehmen bei. Die Förderung von Qualität, Kompetenz und praxisnaher Unterstützung steht dabei stets im Vordergrund. Der BvD ist Gründungsmitglied der EFDPO – European Federation of Data Protection Officers.
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Datum: 10.03.2026 - 13:41 Uhr
Sprache: Deutsch
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