Potsdam führt Einweg-Verpackungssteuer ein: Breites Bündnis sieht starkes Signal für weniger Einweg-Müll in Brandenburg
ID: 2240618

(ots) -
- Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschließt Einführung einer Einweg-Verpackungssteuer ab Juli 2026
- Deutsche Umwelthilfe, Mehrwegverband, Recup und 22 weitere Organisationen begrüßen den Schritt und ermutigen Berlin und weitere Brandenburger Städte, nachzuziehen
- Laut DUH-Umfrage zeigen acht weitere Städte in Brandenburg Interesse an Verpackungssteuer
Die Stadtverordnetenversammlung Potsdam hat gestern die Einführung einer Steuer auf Einweg-To-Go-Verpackungen zum Juli 2026 beschlossen. Ein breites Bündnis aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Mehrwegverband, dem Mehrweganbieter Recup und 22 weiteren Organisationen aus Umwelt und Wirtschaft begrüßt diese Entscheidung für weniger Einweg-Müll und zur Förderung von umweltfreundlichen Mehrwegsystemen ausdrücklich. Das Bündnis ermutigt weitere Städte in Brandenburg sowie Berlin, dem Beispiel Potsdams zu folgen.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Potsdam hat vorgemacht, wie rasch in nur knapp 18 Monaten von Prüfauftrag bis Einführungsdatum eine kommunale Einweg-Verpackungssteuer eingeführt werden kann. Bisher gibt Potsdam jedes Jahr rund 950.000 Euro allein für die Bereitstellung und Leerung öffentlicher Abfallbehälter aus - ein Großteil des Mülls besteht aus Einweg-Verpackungen. Die Kosten tragen bislang alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig davon, ob sie Einweg-Verpackungen nutzen oder nicht. Mit der Verpackungssteuer werden die Kosten nun fairer verteilt, Potsdams Straßen und Parks durch weniger Einweg-Müll sauberer und der städtische Haushalt entlastet. Jetzt müssen das direkt angrenzende Berlin sowie weitere Brandenburger Städte nachziehen. Unsere Umfrage zeigt: Das Interesse an Einweg-Verpackungssteuern ist da - Bernau, Brandenburg an der Havel, Falkensee, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Hennigsdorf, Neuruppin und Strausberg stehen in den Startlöchern."
Für eine hohe Akzeptanz der Einweg-Verpackungssteuer weist die Initiative Verpackungswende Potsdam zudem darauf hin, gerade in der kurzen Einführungszeit, jetzt schnell und umfassend über die Einführung zu informieren und ein städteweites verbraucherfreundliches Mehrwegangebot in der Gastronomie zu unterstützen.
André Pietzke, Vorstand des Mehrwegverbands: "Die Erfahrungen aus Tübingen, Konstanz und Freiburg zeigen klar, wie Verpackungssteuern die Verbreitung und den Einsatz von Mehrwegsystemen massiv beschleunigen. Entscheidend ist jetzt, dass Potsdam seine 650 potenziell betroffenen Gastronomiebetriebe und seine Bürgerinnen und Bürger gut auf die Verpackungssteuer vorbereitet. Dazu gehören umfassende Informationsveranstaltungen und -kampagnen, sowie ein Mehrweg-Förderprogramm für die Gastronomie, wie es von den Grünen und Volt bereits als Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht worden ist."
Katharina Campe, Public Affairs Lead Recup: "Das Ziel ist klar: Jede Potsdamerin und jeder Potsdamer muss unkompliziert auf steuerfreie Mehrwegverpackungen umsteigen können. Dafür braucht es eine flächendeckende und nutzerfreundliche Infrastruktur statt isolierter Einzellösungen. Mehrwegsysteme funktionieren am besten, wenn sie von möglichst vielen Gastronomiebetrieben angeboten werden und die Rückgabe einfach ist. Unsere Erfahrungen aus Konstanz und Tübingen zeigen, dass kommunale Verpackungssteuern genau hier ansetzen und das Mehrwegangebot stark fördern."
Hintergrund:
Die Initiative Verpackungswende ist ein Bündnis von Organisationen aus Wirtschaft, Umweltorganisationen und Verbänden. Sie tritt für kommunale Verpackungssteuern als wirksames Mittel zur Förderung von Mehrweg und Stadtsauberkeit ein.
Die Initiative Verpackungswende setzt sich zusammen aus: Bund für Umwelt und Naturschutz e.V., Bundesverband des deutschen Getränkegroßhandels e.V., CircleCube GmbH, Deutsche Umwelthilfe e.V., Exit Plastik - Zivilgesellschaftliches Bündnis für Wege aus der Plastikkrise, FairCup GmbH, Greenpeace e.V., GRÜNE LIGA Berlin e.V., KeepIn, Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V., Mehrwegverband Deutschland e.V., Mach Mehrweg Pool e.V., Pro Mehrweg Verband zur Förderung von Mehrwegverpackungen e.V., reCup GmbH, Refrastructure - Stiftung für digitale Mehrweginfrastruktur gGmbH, rehab republic e.V., Relevo GmbH, Stiftung Initiative Mehrweg, Sykell GmbH, Verband des deutschen Getränke-Einzelhandels e.V., VYTAL Global GmbH, WECARRY GmbH, WWF Deutschland, Zero Waste Germany e.V., Zero Waste e.V.
Links:
Zum Positionspapier sowie weiteren Informationen zur Initiative Verpackungswende: www.initiative-verpackungswende.de
Umfrage der DUH zu interessierten Städten: l.duh.de/p251229 (https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/umfrage-der-deutschen-umwelthilfe-155-staedte-haben-interesse-an-verpackungssteuern-fuer-weniger-einw/)
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, metz@duh.de
André Pietzke, Vorstand Mehrwegverband
0176 24616740, andre.pietzke@mehrwegverband.de
Katharina Campe, Public Affairs Lead RECUP
0171 2155384, katharina.campe@recup.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.03.2026 - 09:48 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2240618
Anzahl Zeichen: 5546
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 234 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Potsdam führt Einweg-Verpackungssteuer ein: Breites Bündnis sieht starkes Signal für weniger Einweg-Müll in Brandenburg"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Karten und Berechnungen zeigen potenziell betroffene Fläche und gefährdete Adressen für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte - Hohes Risiko für schwere Schäden bei Jahrhunderthochwasser: Hochwasser-Risikograd auf Landkreisebene zeigt deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebi
Pressezitat: Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln: Deutsche Umwelthilfe warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks und Behördenversagen ...
Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass Sicherheits- und Umweltstandards für Biogasanlagen vielerorts nicht eingehalten werden: Rund 71 Prozent der überprüften Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Dazu zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichthei
Katastrophales Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe bereitet Verfassungsbeschwerde vor ...
Trotz breiter Kritik hat der Bundestag heute das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den gese
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
DBU sucht nachhaltige Veranstaltungshallen für Verleihung des Deutschen Umweltpreises / Ausschreibung läuft - Bewerbungsfrist endet am 20. Mai ...
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) bietet für die Jahre 2029 bis 2034 bundesweit Veranstaltungshallen eine außergewöhnliche Chance auf Ausrichtung eines Top-Events: der Verleihung des Deutschen Umweltpreises (https://www.dbu.de/umweltpreis/) der DBU am letzten Wochenende im Oktober im Beise
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm ...
Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichun
Neu: FSC Deutschland startet Wald-Bonus-Programm - Finanzielle Anreize sollen Erstzertifizierungen erleichtern ...
Mit einem zeitlich befristeten Modellprojekt unterstützt FSC Deutschland Waldbesitzende bei der Erstzertifizierung. Der Wald-Bonus schafft Anreize und reduziert finanzielle Hürden. Kostenfreie Teilnahme für neue Mitglieder in FSC-Gruppen im ersten Jahr. Probephase möglich. "Wir haben das F
IFAT: Vogelsang zeigt neue Pumpen- und Zerkleinerungstechnik für Abwasser, Industrie und Recycling ...
Essen (Oldenburg), 25. März 2026 – Neue Pumpen- und Zerkleinerungslösungen für Abwasser, Industrie und die Recycling-Branche stellt die Vogelsang GmbH & Co. KG auf der IFAT (4.-7. Mai 2026) in München vor. Dieses Jahr präsentiert das Unternehmen seine Produktneuheiten branchenspezifisch a




