Eigentümerin der Grube Teutschenthal droht mit Insolvenz
ID: 2247062

(ots) - Der Eigentümergesellschaft des früheren Salz- und Kalibergwerks Teutschenthal im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) droht die Insolvenz. Um diese abzuwenden und die Sanierung der Grube fortzusetzen, fordert der in Bayern ansässige Mutterkonzern Geiger vom Land Sachsen-Anhalt knapp 90 Millionen Euro. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Wochenendausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben von Wirtschaftsstaatssekretär Gert Zender an den Finanzausschuss des Landtags.
Die Grube Teutschenthal wird seit Jahrzehnten mit Abfällen verfüllt, um ein Einstürzen unterirdischer Hohlräume zu verhindern. Der Betreiber, die Grube Teutschenthal Sicherungs-GmbH (GTS), sieht sich dazu jedoch nicht mehr in der Lage. Die Einnahmen reichten nicht mehr aus, um fällige Verbindlichkeiten zu decken, heißt es in dem Schreiben von Zender an den Finanzausschuss.
Auch wolle der bayerische Mutterkonzern Geiger kein Geld zur Verfügung stellen. Sollte die GTS insolvent werden, müsse das Landesamt für Geologie und Bergwesen einspringen und die Arbeiten zur Stilllegung mit Steuergeld finanzieren. "In diesem Szenario betragen die voraussichtlichen Kosten für das Land Sachsen-Anhalt mindestens 130 Millionen Euro", heißt es in dem Schreiben.
Als Alternative skizziert Staatssekretär Zender, dass in Teutschenthal wieder Steinsalz gefördert wird und die GTS so eine neue Einnahmequelle erhält. Für diese Lösung fordert das Unternehmen allerdings Zuschüsse des Landes in Höhe von knapp drei Millionen Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren, insgesamt 88 Millionen Euro.
Das Wirtschaftsministerium hat gegen solche Zahlungen schwere Bedenken. Die von der GTS vorgelegte Vereinbarung sei "deutlich zulasten des Landes formuliert und keineswegs tragbar", heißt es in Zenders Schreiben. Aber: "Die Gesellschaft erzeugt massiven Druck und teilte mit, dass jedwede Verzögerung die Fortführung des Projekts gefährde. Sie droht mit der Insolvenz, sollte kurzfristig keine Finanzierungsvereinbarung zustande kommen."
Auf MZ-Anfrage wollte das Ministerium die Verhandlungen mit der GTS nicht bewerten. Der GTS-Mutterkonzern Geiger ließ Fragen am Freitag unbeantwortet.
Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hagen Eichler
Telefon: 0391 400 66 94 10
hagen.eichler@mz.de
Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.04.2026 - 18:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2247062
Anzahl Zeichen: 2582
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Halle
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 474 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Eigentümerin der Grube Teutschenthal droht mit Insolvenz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mitteldeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Anderthalb Jahre nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt gibt es erstmals eine finanzielle Bilanz zu den körperlichen Schäden der Opfer. Die Zahlen stammen von der R+V-Versicherung, die den vom Attentäter Taleb A. als Waffe missbrauchten Mietwagen versichert hatte. Wie die in Halle
Anwalt von Weihnachtsmarkt-Opfern rechnet mit Millionenklagen gegen Stadt Magdeburg ...
Mögliche Fehler und Versäumnisse beim Schutz des Magdeburger Weihnachtsmarktes könnten die Stadt Magdeburg finanziell teuer zu stehen kommen. Der Magdeburger Rechtsanwalt Thomas Klaus, der rund 100 Opfer des Anschlags vom Dezember 2024 vertritt, rechnet mit Schadensersatzklagen gegen die Kommune.
Neue Grundsteuer setzt Kommunen in Sachsen-Anhalt finanziell unter Druck ...
Die neue Grundsteuer bringt Sachsen-Anhalts Kommunen bislang weniger Einnahmen als vor der Reform. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Donnerstagausgabe). Nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes sanken die Einnahmen bei der Grundsteuer A um 1,7 Millionen Euro und bei
Weitere Mitteilungen von Mitteldeutsche Zeitung
Kommentar zum Rücktritt der Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ...
Spätestens nach dem Prüfbericht zum Fördermittelskandal um Projekte gegen Antisemitismus führte am Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) kein Weg mehr vorbei. Sie hätte die Notwendigkeit schon früher erkennen können. Es hätte der Einschätzung des Landesrechnun
Tschernobyl und der Niedergang der Atomkraft ...
Atomkraft - eine Vision grenzenloser, sauberer Energie, technisch hochstehend und politisch verheißungsvoll. Doch diese Hoffnungen bekamen bald einen Dämpfer. Zunächst das Beinahe-Desaster im US-Reaktor Harrisburg 1979. Dann vor allem der Super-GAU in Tschernobyl in der Ukraine vor 40 Jahren mit
Ex-CIA-Agent Glenn Corn: Russland setzt seit Zarenreich dieselben Desinformationsmethoden ein ...
Glenn Corn verbrachte 34 Jahre im Dienst amerikanischer Geheimdienste, zuletzt als leitender Offizier der CIA im Rang des Senior Intelligence Service. Heute lehrt er am Institute of World Politics in Washington D.C. und erläutert im Exklusivinterview mit ALLATRA TV die Mechanismen russischer Desinf
BITMi zur Vergaberechtsreform ...
Gestern hat der Bundestag das Vergabebeschleunigungsgesetz verabschiedet mit dem Ziel, Vergabeprozesse zu verkürzen und die Berücksichtigung von Kriterien der Cybersicherheit und digitalen Souveränität zu vereinfachen. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt den optionalen Einbez




