Kein Durchkommen für den Notarzt: Wie Tanja ihre Tochter in der Flutkatastrophe rettete

Kein Durchkommen für den Notarzt: Wie Tanja ihre Tochter in der Flutkatastrophe rettete

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(ots) - Tanjas Tochter Katharina erkrankte im Alter von knapp zwei Monaten an einer lebensbedrohlichen Meningokokken-Meningitis. Im Interview mit Kinderarzt Dr. Stephan von Landwüst spricht Tanja über die dramatischen Stunden in der Nacht der Flutkatastrophe 2021 in Erftstadt und ihren mutigen Kampf um das Leben ihres Kindes. Kinderarzt Dr. Stephan von Landwüst erklärt im Interview, warum es so wichtig ist, über Meningokokken Bescheid zu wissen - und dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen.

"Katharina war schon am Vortag etwas kränklich, aber ich dachte zunächst an einen gewöhnlichen Infekt. Erst am Abend der Flutnacht bemerkte ich erschrocken, dass sie völlig apathisch war," berichtet Tanja. Da aufgrund der plötzlichen Wassermassen kein Rettungswagen zu ihnen durchkommen konnte, traf Tanja eine mutige Entscheidung: Sie fuhr ihre Tochter selbst ins Krankenhaus. Im Interview erinnert sich Tanja an die traumatische Fahrt durch das Hochwasser und die bange Ungewissheit in der Klinik, in der sie mehrere Tage darauf wartete, dass ihre Tochter außer Lebensgefahr war.

Katharina hat die Meningokokken-Erkrankung glücklicherweise überstanden. Die Erfahrung hat trotzdem tiefe Spuren bei der Familie hinterlassen: Katharinas Entwicklung war längere Zeit verzögert und pendelt sich erst jetzt wieder ein. Auch emotional wirkt das Erlebnis in der ganzen Familie weiterhin nach. Meningokokken-Infektionen können innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Tanja ist überzeugt: Ihr schnelles Handeln hat das Leben ihrer Tochter gerettet.

Tanjas Geschichte zeigt darüber hinaus, wie wichtig ein frühzeitiger Schutz ist. Katharinas Impftermin war schon vereinbart, sie sollte in Kürze gegen Meningokokken geimpft werden. Doch die Infektion erfolgte früher.

"Vertraut eurem Bauchgefühl", appelliert Tanja an andere Eltern. "Wenn ihr merkt, dass sich euer Kind sich untypisch verhält oder wesensverändert wirkt, zögert nicht, aktiv zu werden. Manchmal kommt es auf wenige Minuten an. Informiert euch frühzeitig über Schutzmöglichkeiten und Impfungen gegen Meningokokken."



Gegen Meningokokken werden Impfungen empfohlen: Neben der Meningokokken-ACWY-Impfung für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren wird die Meningokokken-B-Impfung frühestmöglich ab dem Alter von zwei Monaten sowie als Nachholimpfung bis zum fünften Geburtstag empfohlen. Die Abrechnung erfolgt über die Versichertenkarte. Kinderärztinnen und -ärzte beraten gern zu allen von der STIKO empfohlenen Meningokokken-Impfungen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.meningitis-bewegt.de.

NP-DE-MNU-ABST-260001; 02/26

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