Medizin-Spargesetze - wie positioniert sich der Ärztetag für den Erhalt guter, humaner Medizin?

Medizin-Spargesetze - wie positioniert sich der Ärztetag für den Erhalt guter, humaner Medizin?

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(ots) - "Die laufende Gesundheits-Spargesetzgebung dürfte eine wesentliche Rolle bei den Beratungen auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag spielen, der am 12. Mai in Hannover beginnt", erklärt der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft e.V., Wieland Dietrich.

"Die kurzfristigen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen betreffen vor allem den ambulanten Bereich mit den Haus- und Facharztpraxen", kritisiert Dietrich. "Vor Jahren wurden die Arbeitszeiten für Praxisärzte von der Politik um 25% pro Woche erhöht, und es wurden mit der Einführung von Akutsprechstunden und dringlichen Überweisungen schnellere Termine in Facharztpraxen geschaffen. Nun wird die Finanzierung dafür einkassiert, die verlängerten Arbeitszeiten bleiben und der Druck auf die ambulante Medizin wird vergrößert. Das ist empörend!"

Tatsächliche Kostentreiber würden eher geschont, wie die Pharmaindustrie oder der Staat selbst bei der mangelhaften Finanzierung von Leistungen für Bürgergeldempfänger. Diese fragwürdige Gesetzgebung werde ein zentrales Thema des Ärztetages in der kommenden Woche sein.

Neue digitale Zugangshürden sollen die ärztliche Inanspruchnahme senken

Ein weiteres wichtiges Thema des Deutschen Ärztetags werde der Referentenentwurf für das "Gesetz für Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) sein. In Zukunft soll es dann heißen: 'App statt Arzt', denn die Patienten müssen sich demnach verpflichtend vorab über die Patientenakte der Krankenkasse, oder sogar noch in der Hausarztpraxis durch eine 'Ersteinschätzungs-App' mit über 30 Fragen klicken. Mögliches Ergebnis der App: Kein Arztbesuch nötig! Oder: Die App entscheidet, zu welchem Arzt oder zu welcher Ärztin der Patient zu irgendeinem Zeitpunkt gehen soll.

Dazu Dietrich: "Das wirkt ziemlich absurd bis gespenstisch! Eine IT-App soll den Arztbesuch einschränken und steuern? Das widerspricht dem grundgesetzlich geschützten Recht auf Gesundheit gerade für diejenigen, die den Arzt oder die Ärztin am meisten brauchen: Alte Menschen, Menschen mit Einschränkungen, oder Menschen ohne modernes Smartphone.



Was folgt aus der Rationierungspolitik?

Vor diesem Hintergrund ist auf dem Ärztetag zu klären, wie mit ärztlichen Behandlungen und Leistungen verfahren wird, die dann künftig nicht oder nur unzureichend von den Krankenkassen bezahlt werden. "Selbständigen Ärztinnen und Ärzten ist es selbstverständlich nicht zuzumuten, solche Leistungen laufend unter Kostendeckung zu erbringen, und MVZ-Träger und Kliniken können das auch nicht", erläutert der Essener Dermatologe. "Es ist weder ärztlich-ethisch noch zivilrechtlich eine Option, Patienten sinnvolle oder gebotene Behandlungen zu verweigern. Die Lösung kann dann nur in einem privaten Behandlungsvertrag liegen, auf den sich Arzt und Patient verständigen."

Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt:

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de


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