Deutsches Kinderhilfswerk: Zukunftsinvestitionen für eine generationengerechte Politik statt wahlloser Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe
ID: 2259526

(ots) - Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert im Vorfeld des heutigen Koalitionsausschusses an die Bundesregierung, nachhaltige Maßnahmen für eine generationengerechte Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation braucht es dringend strukturelle und finanzielle Investitionen, damit Kinder und Jugendliche in Deutschland zukünftig gleichwertige Lebenschancen haben, eine ausreichende soziale Absicherung bekommen sowie ein langfristig sicheres und gesundes Umfeld vorfinden. Dafür braucht es in Bund, Ländern und Kommunen eine ressortübergreifende Kinder- und Jugendpolitik und damit einhergehend Strategien für die flächendeckende Umsetzung der Kinderrechte, die seit mehr als 30 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention normiert sind.
"Das Deutsche Kinderhilfswerk nimmt insbesondere angesichts aktueller Problemlagen und des allgemeinen Spardrucks mit größter Sorge eine systematische Vernachlässigung der Belange junger Menschen in Deutschland wahr. Statt zukunftssichernde Investitionen in die Entwicklungschancen junger Menschen zu tätigen, malen wir Zukunftsbilder nur noch mit dem Rotstift: Einerseits werden die Anliegen von Kindern und Jugendlichen oftmals schlichtweg ignoriert, andererseits werden ihre Interessen, selbst wenn sie wahrgenommen werden, finanzierungstechnisch nur nachrangig berücksichtigt. Stattdessen braucht es eine generationengerechte Politik für Kinder und mit Kindern. Hierzu zählen etwa die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, mehr Kinder- und Jugendbeauftragte in Bund, Ländern und Kommunen sowie eine Prüfung aller neuen gesetzlichen Maßnahmen auf ihre Kinder- und Jugendfreundlichkeit", betont Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
"Gerade angesichts des demografischen Wandels müssen wir Mittel für die öffentliche Infrastruktur, für Bildung, für Klima und Umweltschutz oder die Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland aufbringen - andernfalls sparen wir uns die Zukunft kaputt. So zeigen beispielsweise Studien, dass jeder investierte Euro in frühkindliche Bildung mehrfachen langfristigen Nutzen erzielt und Folgekosten im Bildungs- und Sozialbereich reduziert. Finanziert werden könnten entsprechende Ausgaben beispielsweise durch eine zusätzliche Besteuerung sehr hoher Einkommen. Bei der Frage der Aufnahme neuer Schulden mit Blick auf die Erfordernisse zusätzlicher Staatsausgaben für eine gute Zukunft der Kinder und Jugendlichen sollte eine Haushaltsaufstellung unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohlvorrangs die Regel werden", so Hanke weiter.
"Statt wahlloser Kürzungsvorschläge, wie sie spätestens seit der Diskussion über das Arbeitspapier 'Effizienter Ressourceneinsatz' von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden im Umlauf sind, braucht es eine finanzielle Absicherung der Kinder- und Jugendhilfe. Diese leistet ebenso wie beispielsweise die Eingliederungshilfe einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung von gleichen Bildungschancen, zum Abbau von Benachteiligungen, zu sozialer Teilhabe und individueller Entwicklung. Sie unterstützt Familien in belastenden Lebenssituationen, schützt Kinder und Jugendliche und schafft gerade angesichts zunehmender Krisen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Kürzungen in diesem Bereich würden nicht nur bestehende Angebote einschränken und gefährden, sondern auch präventive Maßnahmen schwächen, die langfristig soziale und finanzielle Folgekosten verhindern", sagt Kai Hanke.
Pressekontakt:
Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Bluesky: @dkhw.bsky.social
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v
Original-Content von: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.07.2026 - 06:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2259526
Anzahl Zeichen: 4073
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 208 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsches Kinderhilfswerk: Zukunftsinvestitionen für eine generationengerechte Politik statt wahlloser Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Deutsche Kinderhilfswerk hofft nach der heutigen Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" auf konkrete und verbindliche Schritte zur Stärkung der Rechte von Kindern sowie eine konsequente Strategie zur Förderu
Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026: Gewinner kommen aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) ...
Projekte aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) sind mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Damit können sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro freuen. Mit dem Preis werden Projekte gewürdi
Repräsentative Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk zum morgigen Weltspieltag: Viele Erwachsene interessieren sich nicht angemessen für digitale Spiele ihrer Kinder ...
Nur gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk zum morgigen Weltspieltag den Eindruck, dass sich ihre Eltern oder andere Erwachsene in angemessenem Maße für die digitalen Spiele interessieren, die sie
Weitere Mitteilungen von Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
1. Deutsch-Niederländisches Corps übernimmt Verantwortung für die Verteidigung Estlands und Lettlands ...
Deutschland und die Niederlande stellen ein zweites Korpshauptquartier für die NATO-Ostflanke - mehr Führungskraft im Baltikum, höhere Bereitschaft im Bündnis Valga/Valka, 30. Juni 2026 - Das in Münster stationierte 1. Deutsch-Niederländisches Corps (1GNC) übernimmt die taktische Führungsve
Endlich Vorfahrt für die Infrastruktur: Baugewerbe begrüßt Infrastruktur-Zukunftsgesetz ...
Mit der heutigen Verabschiedung des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes im Deutschen Bundestag bringt die Bundesregierung mehr Tempo in die Sanierung unserer Infrastruktur. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), begrüßt die vorgesehenen BeschleunigungsmaÃ
Osteopathie Allianz fordert Umsetzung des Koalitionsauftrags zur berufsgesetzlichen Regelung der Osteopathie / VOD und BVO kritisieren methodische Schwächen des IGeL-Monitors bei Kreuzschmerzen ...
Die Osteopathie-Allianz, bestehend aus dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. und dem Bundesverband Osteopathie (BVO) e.V., fordert die zügige Umsetzung des im Koalitionsvertrag 2025 verankerten Auftrags zur berufsgesetzlichen Regelung der Osteopathie. Dieser Auftrag steht im Dienst von
Infrastruktur-Zukunftsgesetz: Expertenrunde warnt vor neuer Bürokratie statt Beschleunigung ...
Vor der Entscheidung im Deutschen Bundestag: Fachleute sehen Risiken bei geplanter Gleichstellung von Ersatzgeld und Realkompensation Vor der morgigen Entscheidung über das Infrastruktur-Zukunftsgesetz am 25. Juni 2026 im Deutschen Bundestag warnt eine Fachrunde vor einer Fehlsteuerung bei der na




