Kommentar von "nd.DerTag" zum neuen Bundeshaushalt
ID: 2260570

(ots) - Nach einem Urlaub mit dem neuen Bundeshaushalt begrüßt zu werden, hat erst einmal etwas Beruhigendes. Denn irgendwie ist trotz allerlei Aufregungen in den vergangenen Wochen das meiste beim Alten geblieben. Wieder heißt es: alles für die Rüstung.
Die höhere Staatsverschuldung begründet SPD-Finanzminister mit den Folgen des Iran-Krieges. Also ist die logische Konsequenz, in den kommenden vier Jahren weitere 607 Milliarden Euro in die Verteidigung zu investieren. Das bedeutet, fast jeder dritte vom Bund ausgegebene Euro fließt in Panzer, Drohnen und Kampfflugzeuge. Dafür muss der Staat - Klingbeils Logik zufolge - natürlich an anderen Stellen sparen. Ein Drittel aller Haushalte in Deutschland verliert daher den Anspruch auf das Wohngeld, der Klima- und Transformationsfonds wird zusammengekürzt, im Gesundheitssektor raufen sich die Beteiligten nur noch die Haare.
Wie sich derlei drastische Einsparungen auswirken, davon können Entwicklungsorganisationen ein Lied singen. Sie protestierten am Montag gegen weitere Sparmaßnahmen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Bereits 2023 kürzte die Ampel-Regierung den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um fast 20 Prozent, 2025 halbierten Union und SPD die Mittel für die humanitäre Hilfe im Vergleich zum Vorjahr.
Entwicklungszusammenarbeit soll die langfristige Überwindung von Armut und Ungleichheit sicherstellen, humanitäre Hilfe die Folgen akuter Krisen begrenzen. Bis 2030 könnten durch die Kürzungen 9,4 bis 22,6 Millionen vermeidbare Todesfälle nicht verhindert werden, darunter jene von rund fünf Millionen Kindern unter fünf Jahren, wie die Organisationen berechneten.
Den drastischen Zahlen zum Trotz heizt die Bundesregierung mit ihren Investitionen in Panzer und Drohnen die Krisenherde weiter an. 2024 lebten laut Daten des Friedensforschungszentrums Oslo rund 676 Millionen Frauen in der Nähe eines tödlichen Konflikts - so viele wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Ebenfalls auf immer neuen Höhepunkten befinden sich indes die Umfragewerte der AfD. Die häufigste Begründung für rechte Wahlvorhaben: Unzufriedenheit mit der Regierung. So viel zum Erfolg von den Drohnen für das Volk.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.07.2026 - 17:36 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2260570
Anzahl Zeichen: 2596
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 233 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar von "nd.DerTag" zum neuen Bundeshaushalt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
nd.DerTag / nd.DieWoche (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin. Das letztes Jahr im Oktober eingeführte Einreise-/Ausreisesystem (Entry-Exit-System, EES) der Europäischen Union sollte im April einsatzbereit sein. Beide Termine wurden von mehreren Schengen-Staaten gerissen, auch von Deutschland. Die jetzigen Probleme zur Urlaubszeit waren absehbar: Fran
Kommentar von "nd.DerTag" zum Reformvorschlag in Sachen Krankschreibungen ...
Bundeskanzler Friedrich Merz hat zum Thema Krankschreibung erneut gezeigt, dass Sachpolitik seine Sache eben nicht ist. "Wir müssen den Krankenstand senken", so das deklarierte Ziel. In der Logik des Kanzlers reicht es zu verhindern, dass sich Menschen zu "einfach" krankmelden -
"nd.DieWoche": Angst vor dem roten Berlin - Kommentar zum Versuch, die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen in Berlin per Gesetz zu blockieren ...
Im Kampf gegen links griff in der Geschichte dieses Landes die herrschende Klasse zu unterschiedlichen Mitteln. So nutzte Reichskanzler Bismarck Ende des 19. Jahrhunderts eine Doppelstrategie aus Zuckerbrot und Peitsche: Die Einführung erster sozialstaatlicher Absicherungen sollte der erstarkenden
Weitere Mitteilungen von nd.DerTag / nd.DieWoche
Kasse mit Klima ...
Der Bundesfinanzminister plant eine enorme Schuldenaufnahme. Die ist zum Teil gerechtfertigt, weil frühere Regierungen Infrastruktur und Verteidigungsfähigkeit kaputtgespart haben und hier nun repariert werden muss. Doch auch im Kernhaushalt fehlt so viel Geld, dass Klingbeil noch zu einem dubiose
Michael Espendiller: Haushaltsentwurf 2027 ist Schlag ins Gesicht für alle fleißigen Deutschen ...
Zum heute vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 und der Finanzplanung bis 2030 erklärt der haushaltspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Michael Espendiller: "Dieser Haushaltsentwurf ist ein Schlag ins Gesicht für alle fleißigen Deutschen, d
Mit 95 Jahren in Haft: Südkoreas Strafverfolgung eines religiösen Führers löst internationale Besorgnis aus ...
- Ein 95-Jähriger sitzt wegen Vorwürfen ohne Gewaltanwendung im Zusammenhang mit einer politischen Partei hinter Gittern - Hochrangiger Beamter zitiert öffentlich die Heilige Schrift, um eine religiöse Minderheit zu verurteilen - Inhaftierung verstößt angeblich gegen die UN-Mandela-Regeln un
Inhaftiert mit 95: Südkoreas Strafverfolgung eines religiösen Führers löst internationale Besorgnis aus ...
Renommierter Wissenschaftler bezeichnet die Situation als "einen Fleck auf Südkoreas demokratischer Glaubwürdigkeit", während der Justizminister das laufende Verfahren vorverurteilt Ein 95-Jähriger hinter Gittern wegen parteipolitischen Vorwürfen ohne Gewaltanwendung Hoher Regie




