Kommentar von "nd.DerTag" zu den Waldbränden in Deutschland

Kommentar von "nd.DerTag" zu den Waldbränden in Deutschland

ID: 2267197

(ots) - Im Eifelstädtchen Hürtgenwald mussten am Freitagmorgen 2000 Menschen wegen eines Waldbrands evakuiert werden. Verglichen mit den Evakuierungszahlen aus Frankreich und Spanien, die in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgten, mag das nach wenig klingen. Für einen Waldbrand in Deutschland ist die Zahl allerdings enorm hoch. Selbst bei großen Bränden wie in Treuenbrietzen 2022 oder der Lübtheener Heide 2019 mussten weniger Menschen evakuiert werden. Besonders schwierig macht die Brandbekämpfung in Hürtgenwald Munition im Boden. Die US-Armee führte am Ende des Zweiten Weltkriegs eine verlustreiche Schlacht in der Eifel.

Das Feuer in Hürtgenwald wird nun mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Hubschrauber, Panzer der Bundeswehr und Wasserwerfer der Polizei sind im Einsatz. Ob ihre Mittel reichen, ob sie gut genug ausgestattet sind und welche Konsequenzen aus dem Brand zu ziehen sind, darüber wird im Nachgang sicher viel diskutiert. Die FDP jedenfalls fordert schon jetzt eigene Löschflugzeuge für Nordrhein-Westfalen und Mitglieder der Landesregierung rufen dazu auf, Wälder nicht zu betreten.

Das eine mag eine sinnvolle Forderung sein, das andere ein kluger Ratschlag. Beides greift aber, wie so viel in der aktuellen Politik zu kurz. Schaut man sich auf einer Karte an, wo Hürtgenwald liegt, fällt schnell auf, dass zahlreiche Hotspots der Klimakatastrophe in direkter Nähe liegen. Ein Stück südlich ist Bad Münstereifel, der Ort wurde bei der Flutkatastrophe im Sommer 2021 schwer verwüstet, in der Stadt starben fünf Menschen, im Kreis 26. Keine 30 Kilometer von Hürtgenwald entfernt liegt der Tagebau Hambach. Der soll ab 2030 eigentlich mit Wasser aus dem Rhein befüllt werden, das aktuelle Niedrigwasser weist allerdings darauf hin, dass die Pläne scheitern könnten.

Katastrophal niedrige Pegelstände am Rhein, eine tödliche Hitzewelle, eskalierende Waldbrände, eine die Landwirtschaft bedrohende Dürre und hitzebedingte Ausfälle der Infrastruktur: Die Gleichzeitigkeit dieser Klimakatastrophen ist erschreckend. Die Gleichzeitigkeit an klimabedingten Katastrophenereignissen, die wir derzeit erleben, ist beeindruckend.



Für die politisch Verantwortlichen in Deutschland ist diese Gleichzeitigkeit aber offensichtlich nicht beeindruckend genug. Konkurrierende Einzelvorschläge machen die Runde, der Kanzler will überhaupt nichts zum "Wetter" sagen und auch die Forderung des Umweltministers, die Klimaanpassung zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen zu machen, ist nicht der große Wurf, um der Klimakrise angemessen zu begegnen. Einen großen Wurf bräuchte es aber, um nicht in der totalen Katastrophe zu enden. Dafür müsste sich allerdings eine breite politische Mehrheit finden - und diese über Legislaturperioden und Regierungswechsel hinweg konsequent verfolgt.

Pressekontakt:

nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722


Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF   Neues Zeitalter für cineastische Smartphone-Videografie und physische KI: HONOR präsentiert das Robot Phone
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.08.2026 - 17:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2267197
Anzahl Zeichen: 3218

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Umweltpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 397 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar von "nd.DerTag" zu den Waldbränden in Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

nd.DerTag / nd.DieWoche (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

"nd.DieWoche": Das ewige Dilemma - Kommentar zum 65. Jahrestag des Mauerbaus ...
Schrecklich, traumatisch für Berliner, deren Familien auseinandergerissen wurden; unverzeihlich, dass mehrere Hundert Menschen, die die DDR verlassen wollten, sterben mussten: All das waren Folgen des Mauerbaus in Berlin ab dem 13. August 1961. Für einen Staat, der sich auf die Fahnen geschrieben

"nd.DerTag": Arbeiten für zwei - Kommentar zur Bafög-Reform des Bundeskabinetts ...
Wenn Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärt, dass Studierende privilegiert wären und es kein Drama sei, wenn sie neben dem Studium jobbten, dann zeugt das von einem Realitätsverlust. Ein Studium ist als Vollzeitbeschäftigung ausgelegt und lässt sich nicht nebenbei erledigen. Eine Fors

"nd.DerTag": Halbherzige Amnestie - Kommentar zum Gesetz über Frieden zwischen dem türkischen Staat und der Arbeiterpartei Kurdistans ...
Wie groß ist der Wille aufseiten des türkischen Staates, den kurdischen Teil der Bevölkerung als gleichberechtigt anzuerkennen und ihm die gleichen Rechte zuzugestehen, wie sie auch die türkischsprachige Bevölkerung genießt? Das Gesetz, mit dem der offene Krieg zwischen der Arbeiterpartei Kurd


Weitere Mitteilungen von nd.DerTag / nd.DieWoche


Neues Zeitalter für cineastische Smartphone-Videografie und physische KI: HONOR präsentiert das Robot Phone ...
Das weltweit erste Roboter-Smartphone mit einem voll integrierten mechanischen 4DoF-Gimbal vereint KI-gestützte Bewegungssteuerung mit ARRI Image Science. HONOR, weltweit führender Anbieter eines KI-Geräte-Ökosystems, bringt in China das HONOR Robot Phone auf den Markt. Als Vorreiter einer neue

"nd.DieWoche": Ministerin Reiches Irrweg am Strommarkt - Kommentar zu den Ausbauplänen für Gaskraftwerke ...
"Ein Förderprogramm für neue Gaskraftwerke" wittert selbst Linda Yu, Analystin der genossenschaftlichen DZ-Bank. Es sind längst nicht nur Umweltverbände und linke Oppositionsparteien, die scharfe Kritik am Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (Strom-VKG) üben. Auch Ener

Kommentar von "nd.DerTag" zum Abbau von Umweltstandars im schwarz-roten Infrastruktur-Zukunftsgesetz ...
Umweltschützer sind schuld an quälend langsamen Genehmigungsverfahren und jahrelangen Verzögerungen bei zentralen Verkehrsprojekten. Dieser Satz ist zwar völliger Unsinn, wie nicht nur die Fehlplanungen bei Megaprojekten wie dem Flughafen BER und Stuttgart 21 belegen, und Vertreter der Bundesreg

Zehn Monate CINDY-S: 70.000 Bürgerinnen und Bürger warten auf Antworten – Behörden schweigen, Politik duckt sich weg ...
Zehn Monate nach dem Start von CINDY-S, haben die verantwortlichen Behörden – die Fluglärmkommission Frankfurt (FLK), Deutsche Flugsicherung (DFS), die Fraport AG und das Land Hessen – keine substanzielle Überprüfung vorgenommen, keine Abhilfemaßnahmen ergriffen und keine Verantwortung übe


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z