Endlager fuer Atommuell
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Endlager fuer Atommuell
Roettgen argumentiert zynisch
Zu den aktuellen Aeusserungen von Umweltminister Norbert Roettgen zur Endlagerfrage erklaert die Obfrau der SPD-Bundestagsfraktion im 1. Untersuchungsausschuss "Gorleben" Ute Vogt:
Norbert Roettgen ist ein Zyniker. Offensichtlich versucht er auf diesem Wege seine Niederlage gegen die Atomlobby und seinen Kabinettskollegen Bruederle zu kaschieren.
In einem Fernseh-Interview erklaert der Umweltminister, dass er die Entsorgungsfrage bei Atommuell "nicht einfach unseren Kindern ungeloest vor die Fuesse schuetten" wolle. Fakt ist aber: Diese schwarz-gelbe Bundesregierung wird mit ihrer gerade vereinbarten Laufzeitverlaengerung von Atomkraftwerken den nachfolgenden Generationen rund 7.000 Tonnen mehr Atommuell "vor die Fuesse schuetten". Rund 21.000 Tonnen Atommuell wird Deutschland in den kommenden Jahrzehnten irgendwie und irgendwo entsorgen muessen, denn ein Endlager hat dieses Land nicht.
Einige hochradioaktive Stoffe strahlen ueber eine Million Jahre. Das bedeutet, dass etwa 35.000 Generationen von den aktuellen Entscheidungen der Merkel-Regierung betroffen waeren.
Aber Roettgens Motto lautet: Erst produzieren wir mehr Atommuell, dann kuemmern wir uns um dessen Endlagerung. Diese verantwortungslose Politik als Wohltat an der Menschheit zu verkaufen ist zynisch.
Und das hat Gruende: Fuer Angela Merkel und Norbert Roettgen ist Gorleben das Alibi fuer deren geplante Laufzeitverlaengerung. Denn ohne den sogenannten "Entsorgungsnachweis" gibt es keine verlaengerten Laufzeiten.
Merkel und Roettgen spielen in der Endlager-Frage "Russisches Roulette". Denn der Standort Gorleben ist schon jetzt politisch delegitimiert, das belegen die ersten Befragungen von Sachverstaendigen und Zeugen im 1. Untersuchungsausschuss. Wenn am Ende unserer Arbeit bewiesen sein sollte, dass Gorleben nicht auf wissenschaftlich fundierter Basis, sondern allein durch politischen Druck erkundet wurde, dann ist Gorleben tot. Und dann hat die Merkel-Regierung ein noch groesseres Problem. Denn sie hat gar nichts mehr, noch nicht mal ein Erkundungsbergwerk. Nach fast 40 Jahren "Tarnen, Taeuschen, Tricksen" bei der Endlagersuche muesste Schwarz-Gelb ganz von vorne anfangen. Als Nachspiel ihrer Lobby-Politik.
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Datum: 07.09.2010 - 17:46 Uhr
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