Die Bundesministerinnen Dr. K. Schröder, S. Leutheusser-Schnarrenberger und Prof. Dr. A. Schavan planen Gespräche mit Betroffenen sexueller Gewalt
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Die Bundesministerinnen Dr. Kristina Schröder, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Prof. Dr. Annette Schavan planen Gespräche mit Betroffenen sexueller Gewalt
Die Bundesministerinnen Dr. Kristina Schröder, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Prof. Dr. Annette Schavan suchen das Gespräch mit Betroffenen sexueller Gewalt. Im Rahmen der Arbeit des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch inAbhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen im familiären Bereich" werden sie gemeinsam mit den Teilnehmenden des Runden Tisches am 10. November 2010 mit Betroffenen sprechen. Das Gespräch wird gemeinsam mit der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, vorbereitet und durchgeführt.
Ebenfalls noch im November werden die Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gemeinsam die "Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau" besuchen. Dort informieren sich die beiden Ministerinnen über Missbrauchsfälle in Jugendwerkhöfen in der DDR.
"Die vielen Briefe und Mails, die ich von Betroffenen bekommen habe, geben mir eine kleine Vorstellung davon, wie unvorstellbar das Leid ist, das sie erfahren haben. Sie wurden als junge Menschen im Innersten gebrochen, an den Folgen tragen sie ihr ganzes Leben", erklärt Dr. Kristina Schröder. "Ich möchte mit ihnen vertieft ins Gespräch kommen und gemeinsam mit ihnen darüber diskutieren, welche Forderungen und Anregungen sie in die Arbeit des Runden Tisches einbringen können", so die Bundesfamilienministern.
"Vieles von diesem Leid wäre vermieden worden, wenn die Verantwortlichen in den betroffenen Institutionen rechtzeitig Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet hätten", stellt die Bundesministerin der Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fest. "Mein erstes Ziel sind klare Leitlinien, damit Fälle sexueller Gewalt nicht mehr vertuscht und verharmlost werden. Außerdem dürfen die Ermittlungs- und Strafverfahren die mutmaßlichen Opfer nicht unnötig belasten. Wir müssen daher darauf achten, sie in diesen Verfahren zu schonen und ihre Stellung zu stärken. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, die Überlegungen dazu bis zum Jahresende abzuschließen."
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, erklärte: "Ich bin zutiefst erschüttert über die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendlich und darüber, welchen Vertrauensbruch sie in jungen Jahren erlitten haben. Die Bundesregierung ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Wir suchen den Kontakt zu den Betroffenen, weil wir erfahren möchten, welche Strukturen verändert werden müssen."
Bereits am 30. September 2010 trifft sich der Runde Tisch zu seiner nächsten Sitzung. Er wird sich mit Ergebnissen der Arbeitsgruppe sowie dem Zwischenbericht der Unabhängigen Beauftragten befassen. Außerdem werden Betroffene von dem Kongress "Aus unserer Sicht", der am 25. und 26. September 2010 in Berlin stattfindet, berichten. Organisatoren sind die Berliner Fachberatungsstellen Wildwasser e.V. und Tauwetter e.V. Die Teilnahme an dem Kongress ist auf Menschen beschränkt, die sexuelle Gewalt in Kindheit oder Jugend erleben mussten. Am 1.
Dezember 2010 trifft sich der Runde Tisch dann erneut, um über den Zwischenbericht an die Bundesregierung zu beraten.
Am 24. März 2010 hatte die Bundesregierung die Einrichtung des Runden Tisches beschlossen. Ziel ist es, der gemeinsamen Verantwortung für einen verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt gerecht zu werden.
Seit der ersten Sitzung des Runden Tisches im April haben Arbeitsgruppen unter dem Vorsitz der Bundesministerinnen Dr. Kristina Schröder, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Prof. Dr. Annette Schavan getagt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rundertisch-missbrauch.de.
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Datum: 21.09.2010 - 15:46 Uhr
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