Reform der ermaessigten Umsatzbesteuerung: Beruecksichtigung sozialer Aspekte erforderlich
ID: 263953
Reform der ermaessigten Umsatzbesteuerung: Beruecksichtigung sozialer Aspekte erforderlich
Zum vom Bundesministerium fuer Finanzen veroeffentlichten Forschungsgutachten zur ermaessigten Umsatzbesteuerung erklaert die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nicolette Kressl:
Forderungen nach einer Ausdehnung der ermaessigten Umsatzbesteuerung in Deutschland auf weitere Produkte oder Dienstleistungen kennt jeder Politiker. Doch die Befuerworter derartiger Steuerermaessigungen bleiben durchgaengig den Nachweis schuldig, dass ihre sozial- oder wirtschaftspolitischen Foerderziele so erreicht werden. Gleichzeitig zeigen sich mittlerweile alle Parteien unzufrieden mit dem aktuellen Anwendungsbereich des ermaessigten Umsatzsteuersatzes. Die zustaendigen Berichterstatter der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen initiierten deshalb in der letzten Legislaturperiode ein diesbezuegliches Forschungsprojekt des Bundesministeriums der Finanzen.
Das mit mehrmonatiger Verzoegerung gestern vorgelegte Gutachten empfiehlt eine Beschraenkung des ermaessigten Umsatzsteuersatzes auf die Lieferung von Lebensmitteln. Ob sich die Vorschlaege der Wissenschaftler - wie Finanzpolitiker der Bundestagsfraktionen von Union und FDP vorschnell behaupten - fuer eine grundlegende Reform der Umsatzbesteuerung in Deutschland eignen, bedarf einer eingehenden Analyse. Ein akademisch ueberzeugendes Steuerkonzept laesst sich vergleichsweise einfach formulieren. Doch die verantwortlichen Politiker muessen die sozialen und finanziellen Konsequenzen einer Neustrukturierung der Umsatzbesteuerung fuer die betroffenen Verbraucher, Unternehmer und nicht zuletzt die oeffentlichen Haushalte beruecksichtigen. Und die Idee der Koalitionspolitiker, Umsatzsteuermehreinnahmen fuer eine Tarifentlastung bei der Einkommensteuer zu nutzen, ginge zulasten der Bezieher geringer Einkommen, die zwar Sozialabgaben, aber ohnehin keine Einkommensteuer zahlen.
Abzuwarten bleibt, ob sich die Spitzenpolitiker der schwarz-gelben Koalition am kommenden Sonntag tatsaechlich auf die Einsetzung der bereits im Koalitionsvertrag vereinbarten Kommission zur ermaessigten Umsatzbesteuerung verstaendigen koennen. Denn offenbar schliessen sich nicht alle Teilnehmer des Koalitionsausschusses dem Lob des Forschungsgutachtens durch ihre Finanzpolitiker an.
Die SPD ist unveraendert bereit zu einer gemeinsamen Pruefung sinnvoller Vorschlaege zur Aenderung der geltenden ermaessigten Umsatzbesteuerung in Deutschland. Fuer etwaige Rechtsaenderungen bedarf es angesichts der Betroffenheit auch der Laender und Kommunen unserer Zustimmung im Bundesrat. Deshalb sollte die schwarz-gelbe Koalition darauf achten, die Opposition fruehzeitig in die Beratungen einzubeziehen.
Und auch wenn es eigentlich keiner Erwaehnung mehr bedarf:
Voraussetzung fuer die Unterstuetzung einer Umsatzsteuerreform durch die SPD ist die Abschaffung der Steuerverguenstigung fuer das Beherbergungsgewerbe.
Oder wie es die Gutachter so treffend formulierten: "Im Ergebnis sollte die erst seit 2010 geltende Steuersatzermaessigung umgehend beseitigt werden. Eine Rechtfertigung ist nicht ansatzweise ersichtlich."
© 2010 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 24.09.2010 - 20:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 263953
Anzahl Zeichen: 3504
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 199 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reform der ermaessigten Umsatzbesteuerung: Beruecksichtigung sozialer Aspekte erforderlich"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Kommunen am Limit: Das Sondervermögen allein reicht nicht. Gefordert sind strukturelle Reformen, weniger Bürokratie und faire Steuerpolitik, damit starke Kommunen gute Leistungen vor Ort sichern können. Wiebke Esdar, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: "Der heutige Aktionstag der Kommun
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken ...
Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu stärken. Die SPD-Frakt
Gemeinsam für Freiheit und Demokratie: SPD gedenkt des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 ...
Franziska Kersten, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion: Am 17. Juni 1953 erhoben sich über eine Million Menschen in mehr als tausend Städten, Dörfern und Gemeinden der DDR gegen die SED-Diktatur. Aus Arbeiterprotesten gegen Normerhöhungen wurde ein Volksaufstand für polit
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Scholz: Schwarz-Gelb sollte Beschlüsse des Deutschen Juristentages ernst nehmen ...
Zu den Forderungen des Deutschen Juristentages 2010 nach einem allgemeinen Mindestlohn und Zurückdrängung der befristeten Beschäftigung erklärt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Olaf Scholz: Die schwarz-gelbe Koalition sollte die Beschlüsse des Deutschen Juristentages ernst nehmen
Bundespräsident muss Farbe bekennen ...
"Der Staatsanwalt ermittelt, der Bundestagspräsident prüft, die Öffentlichkeit verlangt Aufklärung - nur der Bundespräsident schweigt beharrlich zu den niedersächsischen Wahlkampf-Äffären. Dabei steht der Vorwurf eines unzulässig erkauften Wahlsiegs im Raum. Christian Wulff muss hier
Mindestlohn: Bundesregierung stellt sich taub ...
"Frau Merkel und Frau von der Leyen müssten dauerhaft die Ohren klingen, wenn sich nun auch der Deutsche Juristentag für einen gesetzlichen Mindestlohn ausspricht", so Jens Petermann, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum Abschluss des 68. Deutschen Juristentages in Berl
Wowereit: Bundesrat zeigt Merkel und Ramsauer die gelbe Karte ...
Anlässlich der heutigen Sitzung des Bundesrats und zur geplanten Kürzung der Städtebauförderung erklärt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit: Der parteiübergreifende deutliche Widerstand im Bundesrat gegen die Pläne der Bundesregieru




