Todesstreifen als PC-Spiel verhöhnt die Opfer
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Todesstreifen als PC-Spiel verhöhnt die Opfer
Zum Tag der Deutschen Einheit soll das Computerspiel "1378 (km)" erscheinen, in dem der Spieler Flüchtlinge an der innerdeutschen Grenze erschießen soll. Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup) und der Obmann der Arbeitsgruppe Kultur und Medien Marco Wanderwitz erklären dazu:
"Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verurteilt die Entwicklung des Computerspiels "1378 (km)", das eine virtuelle Jagd auf DDR-Flüchtlinge im Todesstreifen zum Ziel hat. Für uns ist diese makabere Spielidee eine unsägliche Verhöhnung der fast 1.000 Opfer an der innerdeutschen Grenze und ihrer Hinterbliebenen.
Der Spielentwickler nimmt für sich einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte in Anspruch. Darin irrt er vollständig. Durch virtuelles Ballern oder Abgeballertwerden lernt man über den SED-Unrechtsstaat und sein tödliches Grenzregime nichts. Wir fordern die Verantwortlichen dazu auf, auf die Veröffentlichung des Spiels, auf der Homepage der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe gratis zugänglich, zu verzichten.
Verantwortlich für eine solche Entgleisung sind aber viele: Wer in öffentlichen Reden die Verhältnisse in der DDR schön geredet hat, hat zu einem Klima beigetragen, das solche "Spiele" erst ermöglicht. Der betreuende Professor sieht in dem Computerspiel eine "raffinierte Form der Aufklärung mit moralischer Dimension", da der schießende Grenzsoldat später verhaftet werde. Wir sehen darin das Fallen jeglichen moralischen Tabus.
Die Deutsche Welle hat gezeigt, wie man es richtig machen kann: Ihr computeranimierter Film "Eingemauert! Die innerdeutsche Grenze" rekonstruiert authentisch den Todesstreifen an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze. Abrufbar auf "Youtube" stellt die Dokumentation der Grenzanlagen ein niederschwelliges Angebot für die junge Generation dar."
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
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Datum: 01.10.2010 - 04:46 Uhr
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