Westdeutsche Zeitung: Die Probleme des Gesundheitswesens sind noch nicht gelöst - Eine Reform mit b

Westdeutsche Zeitung: Die Probleme des Gesundheitswesens sind noch nicht gelöst - Eine Reform mit begrenzter Haltbarkeit

Ein Kommentar von Martin Vogler =

ID: 295788
(ots) - Ist das die bahnbrechende Reform, die das
Gesundheitssystem zumindest für ein paar Jahre retten wird? Mit
diesem gewaltigen Anspruch war die Koalition angetreten, muss sich
folglich an ihm messen lassen. Doch was gestern verabschiedet wurde,
beinhaltet zwar einige konstruktive Ansätze, das große Reformziel
wurde aber verfehlt. Den radikalen Systemwechsel, den Kritiker
unterstellen, bedeutet es ebenfalls nicht.

Besonders unzufrieden dürfte die wichtigste Gruppe sein, die der
gesetzlich Versicherten nämlich. Denen geht es an den Geldbeutel -
und das voraussichtlich in drei Stufen: Wer zum Beispiel 3000 Euro
verdient, muss monatlich neun Euro mehr an seine Krankenkasse zahlen.
Das wird keinen Arbeitnehmer freuen, übrigens auch keinen
Arbeitgeber, für den die gleiche Steigerung gilt. Doch der größere
Ärger wird folgen, wenn künftige Beitragserhöhungen allein von den
Versicherten getragen werden müssen und zudem mehr Kassen
Zusatzbeiträge verlangen. Der Beschluss von gestern beinhaltet also
das Potenzial, die Mehrzahl der Bürger gleich dreimal zu verärgern.
Mit Blick auf die nächste Wahl lässt das für die Regierungsparteien
nichts Gutes ahnen. Und damit wäre auch die Reform schon gekippt, wie
es die Opposition für den Fall einen Machtwechsels angekündigt hat.

Allerdings wäre auch eine Rücknahme der Beschlüsse keine gute
Lösung. Denn in der Gesundheitspolitik kann es nicht so wie bisher
weitergehen. Und wenn die Opposition glaubt, mit Kostendämpfung zu
Lasten der Ärzte und der Pharmaindustrie wesentliche Erfolge zu
erzielen, täuscht sie sich. Damit ließen sich die weiteren
Steigerungen der Gesundheitskosten bestenfalls geringfügig
abschwächen. Denn das Problem ist grundsätzlicher Natur:
Glücklicherweise leben wir immer länger. Das bedeutet aber, dass der
Anteil derer steigt, die keine oder nur geringe Kassenbeiträge zahlen


und gleichzeitig mehr Leistungen empfangen. Außerdem ist unsere
medizinische Versorgung viel besser als vor einigen Jahrzehnten, doch
auch das hat seinen Preis.

Das Gesundheitssystem benötigt folglich eine echte Reform, bei der
auch mehr Eigenverantwortung eine Rolle spielen kann. Leider erfüllen
weder die Regierungslösung noch die Alternativvorschläge diesen
Anspruch.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mitteldeutsche Zeitung: zu Airbus-Triebwerken WAZ: Die bessere Alternative. Leitartikel von Walter Bau
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.11.2010 - 19:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 295788
Anzahl Zeichen: 2678

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Düsseldorf



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 177 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Die Probleme des Gesundheitswesens sind noch nicht gelöst - Eine Reform mit begrenzter Haltbarkeit

Ein Kommentar von Martin Vogler =
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar/WZ zur ersten Sitzung des neuen Bundestages: / Schwieriges Parlament ...
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i


Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung


Südwest Presse: Kommentar zum G-20-Gipfel ...
Gut, dass die Staats- und Regierungschefs der 20 wirtschaftlich wichtigsten Staaten in Seoul den verschärften Regeln für Banken ihren Segen gaben, die unter dem Stichwort Basel III laufen. Das ist ein weiterer ernsthafter Schritt auf dem Weg zu einer krisenfesten Finanzarchitektur. Gut auch, da

Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG Rostock zum G20-Gipfel ...
ass Barack Obama in Sachen Export bei Kanzlerin Angela Merkel und Chinas Staatschef Hu Jintao abgeblitzt ist, ändert nichts daran, dass so große Ungleichgewichte im Welthandel auf Dauer schädlich sind. Schon im deutschen Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 ist ein Gleichgewicht von Im-

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar - Medizinische Fakultät und Politik ...
Gemeinsam gegeneinander BERNHARD HÄNEL Schuldzuweisungen sind schnell gemacht. Verantwortung wahrzunehmen ist dagegen kein leichtes Unterfangen. Exemplarisch dafür steht der Plan, eine medizinische Fakultät an der Universität Bielefeld zu gründen. Aus Einsicht in die Notwendigkeit ent

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Firmen ziehen Lohnerhöhungen vor ...
Gut angelegt MARTIN KRAUSE Das Weltbild vom immerwährenden Grabenkampf in der Wirtschaft wird seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 erschüttert. Erst verzichten Arbeitgeber auf Kündigungswellen, obwohl drastische Auftragseinbrüche und empfindliche Verluste ihnen dafür oft schlagende A


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z