Vorstellung des hessischen Integrationsmonitors
ID: 304204
Vorstellung des hessischen Integrationsmonitors
"Monitoring bedeutet Beobachtung von Entwicklungen. Insgesamt sind für den hessischen Integrationsmonitor über 40 Indikatoren benannt und Daten aus 16 verschiedenen Quellen zusammengeführt worden, die es uns erlauben werden, gesellschaftliche Trends kontinuierlich zu verfolgen und eventuelle Fehlentwicklungen zu erkennen", erklärte heute der hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, bei der Vorstellung des hessischen Integrationsmonitors.
Unter der Überschrift "Integration nach Maß" werde die erforderliche Planungs- und Entscheidungsgrundlage geschaffen, so der Minister weiter, um eine langfristig erfolgreiche und nachhaltige Integrationspolitik zu schaffen. "Wir wollen die hessische Integrationspolitik auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage stellen."
Minister Hahn wies darauf hin, dass der Integrationsmonitor keine Evaluation darstellen könne. Er sei aber als mögliche Grundlage der Evaluation politischer Maßnahmen und als Instrument zur Benennung von Fortschritten und eventueller Fehlentwicklungen geeignet.
Unter den zahlreichen Indikatoren hob Hahn zwei hervor, die mit Blick auf das Ziel der Verbesserung der Teilhabechancen der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund besondere Beachtung verdienen.
Als erstes Beispiel nannte er den Indikator "Frühkindliche Bildung". Der Anteil der Kinder ohne Migrationshintergrund, die im Alter von 3 bis 6 Jahren im Jahr 2009 eine Kindertagesstätte besuchten, lag bei 95,8%, während 87,4% der Kinder mit Migrationshintergrund in eine solche Einrichtung gingen. Kinder dieser Altersgruppe ohne Migrationshintergrund wurden zu 4,2% zuhause betreut, während 12,6% der Kinder mit Migrationshintergrund daheim blieben. Minister Hahn betonte, hinsichtlich der Verbesserung der Bildungschancen der Kinder mit Migrationshintergrund aber auch eines Teils der deutschen Kinder sei eine Erhöhung des Anteils der Kinder in Kindertagesstätten zielführend. "Unsere politischen Anstrengungen in diesem Bereich werden mit dem Integrationsmonitor messbar sein", zeigte Hahn sich überzeugt.
Als zweites Beispiel nannte er den Indikator "Schulentlassene". Es zeigt sich deutlich, dass der Anteil der schulentlassenen Ausländer, die ohne einen Hauptschulabschluss von der Schule gehen, deutlich höher liegt als der der deutsche Schulabgänger. Die Zahl der Ausländer ohne Hauptschulabschluss lag im Jahr 2008 bei 13,9% im Vergleich zu den Deutschen ohne Hauptschulabschluss mit 5,7%. Auch die durch den Schulabschluss erworbene Qualifikation ist sehr unterschiedlich. Während Ausländer mit 38,3% einen Hauptschulabschluss machten, lag die Quote der Deutschen bei 19,4%. Die Hochschulreife erreichten 30,5% der Deutschen, aber nur 10,5% der ausländischen Schulabgänger.
"Diese Beispiele zeigen, dass es das erklärte Ziel hessischer Integrationspolitik sein muss, die Chancen der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund an Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und am sozialen Leben anzugleichen. Wir wollen genau hinsehen und zeigen, vor welchem Hintergrund in Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur, gesellschaftlicher Beteiligung und Einstellungen wir diese Anstrengungen unternehmen. Denn nur dann sind seriöse Zielbestimmungen möglich", so Minister Hahn abschließend.
Pressestelle: Ministerium der Justiz, für Integration und Europa
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Datum: 26.11.2010 - 10:45 Uhr
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