Greenpeace-Bericht: zuviel Soja in Schweizer Milch und Fleisch!
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Greenpeace-Bericht: zuviel Soja in Schweizer Milch und Fleisch!
Herr und Frau Schweizer konsumieren zu viel Fleisch, Milchprodukte und Eier. Dazu braucht es einen hohen Nutztierbestand, was zu überdüngten Böden und Gewässern, einem Verlust an Pflanzen- und Tiervielfalt sowie Treibhausgasemissionen führt. Doch auf unseren heimischen Äckern wächst zu wenig Futter. Im Ausland braucht es fast noch einmal die ganze Ackerfläche der Schweiz (275'000 ha) um den Schweizer Futtermittelbedarf zu decken. Mittlerweile werden rund 250?000 Tonnen Soja importiert, also gegen 700 Tonnen pro Tag. Gemäss Statistik hat sich die Menge seit 1990 verzehnfacht!
Der Greenpeace-Bericht "Sojaimporte Schweiz" deckt auf, weshalb immer mehr Soja verfüttert wird und wie die Importmenge reduziert werden könnte. So haben die Ausdehnung der Milch- und Geflügelproduktion, eine leistungssteigernde Optimierung der Nutztierfütterung, sinkende Importpreise und das 2001 erlassene Tiermehlverbot zu einem wachsenden Sojafutterberg geführt. Aber auch finanzielle Anreize, beispielsweise die Verkäsungszulage oder die hohen Tierbeiträge wirken sich auf die Menge verfütterter Soja aus.
Geschätzte 41% der importierten Soja wird an Milchkühe, Kälber und Rinder verfüttert (29% an Schweine, 26% an Geflügel). Kühe könnten ihren Nährstoffbedarf aber praktisch vollständig aus Weidegras, Heu und Gras-Silage decken. Soja wird vor allem an auf hohe Milchleistungen gezüchtete Kühe verfüttert. "Das grösste Potenzial zur Sojareduktion liegt in einer Rindviehfütterung, die an unsere natürlichen Grundlagen, nämlich Wiesen und Weiden, angepasst ist. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es ist auch tiergerechter und vermindert die Überproduktion von Milch und Fleisch" sagt Marianne Künzle von Greenpeace Schweiz. Milch und Fleisch von Tieren, die nur mit Wiesenfutter gefüttert werden, weisen zudem höhere Gehalte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf.
Greenpeace engagiert sich für eine ökologische Landwirtschaft. Dazu braucht es eine an lokale Ressourcen angepasste Nutztierproduktion. Die Umweltorganisation prüft jetzt mit Akteuren aus Politik, Umwelt und Landwirtschaft Massnahmen, von denen Umwelt, Nutztiere und Bauern profitieren.
Den Bericht sowie weitere Informationen finden Sie unter: http://www.greenpeace.ch/soja
oder bei Marianne Künzle, Greenpeace-Landwirtschaftskampagne
marianne.kuenzle@ch.greenpeace.org, 079 410 76 48
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Datum: 02.02.2011 - 10:45 Uhr
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