Pavel Vitalis: Das „Wir-Gefühl“ als islamische Herausforderung der Postmoderne – Heteronomie oder Autonomie
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Diese Lücke nützt derzeit das aufkommende Interesse am Islam. Die islamische Religion möchte die ganze Gesellschaft erfassen. Wirtschaft, Kultur, Recht und Politik sollen gleichermaßen von der Religion bestimmt werden. Die „Gemeinschaftsseele“ mit ihrem Zentrum in der patriarchalischen Familie möchte der Emanzipation der Frau, der individualisierten Gesellschaft und der Abstraktion eine religiös fundierte Solidarität gegenüberstellen.
Mit einer solchen Wir-Gruppe möchte man dem Vakuum der Postmoderne eine „vormoderne heile Welt“ entgegensetzen (vgl. hierzu Klaus Holz: Die Gegenwart des Antisemitismus, S.24).
In der heutigen Islamdebatte wird nicht berücksichtigt, dass eine solche Regression in die mittelalterliche Vergangenheit einen hohen Preis hat, der sich in der heteronomen Moral (Ernst Tugendhat) und in der erzwungenen Aufgabe der Selbstbestimmung widerspiegelt. Die Selbstbestimmung ist jedoch die Voraussetzung der westlichen Demokratie. In diesem Sinne kann der Islam nicht(!) zu Deutschland „gehören“.
Die Islamdebatte hat jedoch ihren „heilenden Einfluss“, indem sie die Postmoderne in moralischen Fragen herausfordert bzw. deren Amoralität provoziert. Im Rahmen der Selbstgestaltung (Pal Dragos) muss das Individuum nicht die autonome Moral aufgeben. Die Selbstgestaltung setzt jedoch eine andere Gruppenzugehörigkeit voraus, als die islamische Gemeinschaft dies von ihren Mitgliedern erwartet.
Pavel Vitalis hat veröffentlicht: “Peter Sloterdijks religiöse Verstellungen aus der Sicht des Urchristentums“, Norderstedt, 2008, siehe unter: www.wachstumstrend.de
Zur Krise der christlichen Kirchen siehe auch Pal Dragos: „Vom Urchristentum zur Krise des Subjekts“, Norderstedt, 2008
Kostenfreie Leseprobe unter: www.pal-dragos.de
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Datum: 07.04.2011 - 08:05 Uhr
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