"NGOs werden fast täglich im Internet attackiert"
ID: 428404
täglich damit auseinandersetzen, dass sie im Internet angegriffen
werden." Das sagte Linda Poppe von Survival International am
Dienstag, 21. Juni, beim Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn.
Die Angriffe seien "eine Fortführung dessen, was man auch in der
realen Welt erlebt: dass viele NGOs angegriffen werden, weil sie sich
für Menschenrechte einsetzen". Survival International setzt sich
weltweit für die Rechte indigener Völker ein.
Die Webseite von Survival International sei unlängst attackiert
worden. Ihre Organisation habe sich entschieden, diesen Angriff
öffentlich zu machen, "um zu zeigen, dass NGOs sich so nicht mundtot
machen lassen". Es gebe viele, die "ein sehr starkes Interesse daran
haben, die Präsenz der NGOs im Netz zu boykottieren und bereit sind,
Ressourcen zu investieren, um Informationen abzufangen". Dies sollten
NGOs täglich berücksichtigen, wenn sie für ihre Arbeit im Netz aktiv
sind. So müssten sie beispielsweise mit Blick auf ihre Informanten
darauf achten, "dass das Web kein sicherer Raum ist".
Angriffe sollten NGOs "nicht hinnehmen, sondern sich informieren,
ob andere Organisationen betroffen sind". Sie sollten sich Beratung
holen, welche Formen der Attacke es gibt und wie ihnen begegnet
werden kann. Das Internet sei für NGOs "unentbehrlich". Insofern sei
es sehr wichtig, die Präsenz im Netz zu schützen. Dabei setze sie
allerdings nicht auf staatliche Unterstützung, da Angriffe gegen NGOs
gerade von staatlicher Seite kämen.
Markus Beckedahl, Blogger und Geschaftsführer von newthinking
communications, empfahl NGOs, weltweit und gerade in repressiven
Staaten, "mehr Wert auf IT-Sicherheit zu legen, E-Mails zu
verschlüsseln, Anonymisierungs-Kommunikation zu nutzen und virtual
private Networks in der entwickelten Welt aufzubauen, um durch
Zensur-Infrastrukturen durchzukommen". Aktivisten sollten außerdem
"öfter mal das Handy zu Hause lassen", weil Sicherheitsbehörden so
ein Bewegungsprofil der Nutzer erstellen könnten. Beckedahl wies
darauf hin, dass NGOs und Aktivisten sich nicht zu abhängig von
Facebook machen sollten. Einerseits biete es viele Vorteile, zum
Beispiel große und schnelle Verbreitungswege. Andererseits berge es
manche Risiken. So hätten Sicherheitsbehörden in der arabischen Welt
über Facebook zu Demonstrationen eingeladen und die Teilnehmer
anschließend inhaftiert.
Axel Voss, Mitglied des Europäischen Parlaments, sagte, die
Politik nehme digitale Angriffe auf Menschenrechtsorganisationen
"sehr ernst. Jeder Angriff auf NGOs bedeutet gleichzeitig einen
Angriff auf unsere gesellschaftliche Lebensweise". Um dem
entgegenzuwirken, versuche die Politik auf europäischer Ebene,
zunächst einen "einheitlichen rechtlichen Rahmen zu schaffen". Dies
sei eine wichtige Grundlage. Überdies würden NGOs finanziell sehr
stark unterstützt.
38/11
Deutsche Welle Global Media Forum 21. bis 22. Juni 2011 in Bonn -
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Datum: 21.06.2011 - 17:26 Uhr
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