Kritik an Ausgang der IAEO-Ministerkonferenz / Greenpeace-Analyse: Erdbeben als Auslöser der Fukushima-Katastrophe vernachlässigt
ID: 430026
an diesem Freitag zu Ende gehenden Ministerkonferenz der
Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) in Wien
veröffentlicht Greenpeace heute eine Bewertung der dort gefassten
Beschlüsse. Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation reduziert die
Atomagentur ihre Kritik auf regionale Besonderheiten und Fehler des
japanischen Krisenmanagements. Greenpeace fordert eine vollständige
Umstrukturierung der Atomagentur. Ihr Ziel sollte nicht länger
Förderung und Verbreitung der Atomkraft sein, sondern ihr
schrittweiser Abbau sowie die Reduzierung nuklearer Gefahren.
"Die IAEO bastelt an einer historischen Lüge", sagt Christoph von
Lieven, Energieexperte von Greenpeace. "Laut Aussagen von
Wissenschaftlern ist es sehr wahrscheinlich, dass schon das Erdbeben
Schäden angerichtet hat und dadurch Leitungen und Struktur der
Gebäude und Sicherheitsbehälter betroffen waren. Die IAEO aber
vermittelt den Eindruck, der Tsunami wäre hauptverantwortlich für den
Super-Gau, um den Schaden für die global operierende Atomindustrie so
gering wie möglich zu halten."
Die IAEO selbst hatte am Montag verbindliche Sicherheitsstandards
für die Nutzung der Atomkraft vorgeschlagen, blieb aber in ihren
Ausführungen vage. Einige Vertreter von Mitgliedstaaten lehnten die
Forderung ganz ab. Greenpeace kritisiert die Vorschläge der IAEO und
die der Mitgliedstaaten zum weiteren Umgang mit der Atomkraft als
unzureichend und als Schritt in die falsche Richtung. Laut der
Umweltschutzorganisation erwecke die Konferenz den Eindruck, dass ein
sicherer Betrieb von Atomanlagen durch eine Veränderung der
Sicherheitsstandards möglich sei. Dabei würden die direkten Folgen
des Erdbebens im Abschlußbericht und im Mission Report der IAEO nicht
ausreichend thematisiert. Auch verharmlose die Atomagentur die Folgen
der Katastrophe und schiebe die Unbeherrschbarkeit, sowie die
katastrophalen Folgen des Unfalls auf regionale Gegebenheiten und
individuelle Fehler der japanischen Betreiber und Behörden.
"Mit dem Verweis auf den Tsunami als Hauptursache der
Reaktorkatastrophe legt die IAEO auch die Messlatte für die
anstehenden Stresstests zu niedrig. Das ist fatal für die Bewertung
von Altreaktoren wie Mochovce oder Krsko, die zwar nicht
Tsunamigefährdet sind, jedoch auf seismographische sensiblen Gebieten
stehen", so der österreichische Greenpeace-Atomexperte Niklas
Schinerl.
Die Greenpeace Analyse kritisiert die IAEO für ihre Äußerung,
Strahlendosen von 100 bis 250 Millisievert (mSv) würden das
Gesundheitsrisiko nur um einen kleinen Prozentsatz erhöhen. Dass ein
geringer Prozentsatz auch für tausende von Menschen
Gesundheitsprobleme oder sogar den Tod bedeuten kann, wie heute noch
an den Folgen von Tschernobyl zu sehen ist, würde dabei verharmlost.
Aus Sicht der Umweltschutzorganisation wiederholt sich mit dieser
Konferenz die Geschichte: Auch nach Tschernobyl erklärte die IAEO, es
sei wichtig, die Sicherheit soweit wie menschenmöglich zu erhöhen und
das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Atomenergie wieder
herzustellen.
Achtung Redaktionen: Christoph von Lieven ist 24. Juni 2011 in
Wien. Sie erreichen ihn unter +49 (0) 171 - 87 80 802, Niklas
Schinerl unter Tel. +43 664 2126704. Pressesprecher Daniel Eckold
unter +49 (0) 176-181 88 104. Greenpeace-Bewertung der IAEO-Konferenz
unter: http://gpurl.de/Bewertung-IAEO-Konferenz.
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Datum: 24.06.2011 - 13:39 Uhr
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