NABU: EU-Haushaltsentwurf ignoriert umweltpolitische Aufgaben /
Tschimpke: Bundesregierung muss deutlicheÄnderungen erreichen
ID: 433200
die von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten beschlossenen Ziele
im Natur- und Klimaschutz zu erreichen", kritisiert NABU-Präsident
Olaf Tschimpke den gestern abend von der EU-Kommission in Brüssel
vorgestellten EU-Haushaltsentwurf für die Jahre 2014-2020. Der NABU
fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, in den nun anstehenden
Verhandlungen für deutliche Nachbesserungen zu sorgen.
"Was Kommissionspräsident Barroso hier vorgelegt hat, blendet die
umweltpolitischen Herausforderungen aus, die er in vielen
Sonntagsreden selbst benannt hat. Im vorauseilenden Gehorsam
gegenüber starken Wirtschaftsinteressen wagt die Kommission weder den
schnellen Abbau umweltschädlicher Subventionen, noch die nötige
Aufstockung der zielgerichteten Förderung von Maßnahmen im Natur- und
Klimaschutz", erklärt Tschimpke. "Ein seriöser Umgang mit
Steuergeldern sieht anders aus - zumal die gigantischen Folgekosten
einer falschen Umweltpolitik auch noch die nächsten Generationen
schultern müssen."
Der NABU kritisiert insbesondere, dass der Haushaltsentwurf keine
Mittelumschichtung im Agrarhaushalt vorsieht: "Die Kommission will
weiterhin den allergrößten Teil der Agrarsubventionen in Höhe von 58
Milliarden Euro auf eine ökologisch oft schädliche und sozial
fragwürdige Art ausgeben." Stattdessen fordert der NABU, die
ländliche Entwicklung als "zweite Säule" der Agrarpolitik deutlich
aufzuwerten, denn nur so werden die echten Leistungen von Landwirten
für die Gesellschaft belohnt."
Der NABU ist zudem enttäuscht, dass das einzige direkte
umweltpolitische Förderinstrument der EU, das sogenannte
LIFE-Programm, weiter ein Schattendasein fristen soll. Bislang gibt
die EU für LIFE nur 0,23 Prozent ihres gesamten Haushalts aus,
künftig soll es mit etwa 450 Millionen Euro pro Jahr zwar etwas mehr
sein, doch angesichts der selbstgesteckten Ziele und zusätzlichen
Aufgaben durch den Klimawandel ist das bei weitem nicht ausreichend,
erklärt der NABU. Allein der Stopp des verheerenden Verlusts der
Biologischen Vielfalt benötigt mindestens 1 Milliarde Euro im Jahr -
auf der anderen Seite würde der ungebremste Verlust der biologischen
Vielfalt die europäischen Volkswirtschaften mehr als eine Billion
Euro bis 2050 kosten, das hat eine Studie im Auftrag der Europäischen
Kommission festgestellt.
"Der künftige EU-Haushalt wird entscheidend beeinflussen, wie
Europas Landschaften, Meere und Ökosysteme im Jahr 2020 aussehen und
ob es gelingt, das Artensterben wie vereinbart zu stoppen. Aber mit
dem heute vorgelegten Etat-Entwurf wäre das Erreichen dieses Ziels
eine blanke Illusion", betont Tschimpke. "Wenn die Bundesregierung
ihre eigene Glaubwürdigkeit und die der EU nicht aufs Spiel setzen
möchte, dann müssen die Kanzlerin und die Mitglieder des Europäischen
Parlaments deutliche Verbesserungen des Entwurfs durchsetzen",
erklärt der NABU-Präsident.
Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale
Biodiversitätspolitik, Telefon mobil 0172 41 79 730 Claus Mayr,
NABU-Direktor Europapolitik, Brüssel, Tel. 0172 596 098 Im Internet
zu finden unter www.NABU.de Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722,
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.06.2011 - 10:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 433200
Anzahl Zeichen: 3744
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin/Brüssel
Kategorie:
Umweltpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 308 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: EU-Haushaltsentwurf ignoriert umweltpolitische Aufgaben /
Tschimpke: Bundesregierung muss deutlicheÄnderungen erreichen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Bedeutung demokratischer Beteiligung und eines starken Rechtsstaats. "Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau das passiert jeden Tag im N
Wo sind unsere Igel und Maulwürfe? / Vom 20. bis 30. September nach den heimlichen Gartenbewohner schauen und sie melden ...
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Wer wird Vogel des Jahres 2025? / Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspecht, Schwarzstorch und Waldohreule stehen zur Wahl ...
Am 3. September starten NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zum fünften Mal die öffentliche Wahl - alle können mitmachen und entscheiden, wer der nächste Jahresvogel werden und dem Kiebitz nachfolgen soll. "Mit Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspech
Weitere Mitteilungen von NABU
Presseeinladung zum Stapellauf der "Rainbow Warrior III" bei Bremen / Greenpeace-Schiff wird am 4. Juli 2011 ins Wasser gehoben und soll bis Oktober fertig gestellt werden ...
Kurz vor dem Jahrestag der Versenkung des Greenpeace-Schiffs Rainbow Warrior durch den französischen Geheimdienst (10. Juli 1985) wird das neue Flagschiff der Umweltschutzorganisation in Berne bei Bremen mit einem Schiffshebewerk ins Wasser gehoben. Am Montag, 4. Juli 2011, 13.30 bis 14.
Nationalpark Teutoburger Wald – das zweifelhafte Glück des Haselhuhns ...
Berlin, 22. Juni 2011 – Der Kreis Lippe setzt sich für die Ausweisung eines Nationalparks im Teutoburger Wald ein. Dies war gestern auch der Anlass für einen Workshop mit Vertretern bereits bestehender Nationalparks, zu dem der Kreis Lippe und die Natur- und Umweltschutz-Akademie des Lande
Mehrwegquote von Getränkeverpackungen sinkt dramatisch Verbände: Undurchsichtiges Pfandsystem irritiert Konsumenten und schadet Umwelt ...
Berlin - "Der Marktanteil umweltfreundlicher Getränkeverpackungen geht dramatisch zurück. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 80 Prozent werden jetzt nur noch 50 Prozent erreicht. Die Politik muss unbedingt gegensteuern", forderte Hartmut Vogtmann, Vizepräsident des Deut
NABU: NRW setzt beim Klimaschutz in Deutschland neue Maßstäbe - Miller: Landesklimaschutzgesetze müssen nationale Energiewende flankieren ...
"Mit dem Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes in Nordrhein-Westfalen setzt die NRW-Landesregierung deutschlandweit Maßstäbe, wie ambitionierte Klimaschutzziele auch landesgesetzlich verankert und verbindlich umgesetzt werden", kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller d




