Betrachter.de: Mit Google-Earth-Bildern auf den Spuren deutscher Geschichte

Betrachter.de: Mit Google-Earth-Bildern auf den Spuren deutscher Geschichte

ID: 44124
(firmenpresse) - Das beim Zusammenbruch des Nazi-Regimes verschwundene Bernsteinzimmer wird nun bei Deutschneudorf im Erzgebirge vermutet. Betrachter.de zeigt das Google-Earth-Foto passend zur modernen Schatzsuche. Auch sonst hilft das Portal dabei, die Welt von oben zu sehen und zugleich deutscher Geschichte nachzuspüren. Alle Besucher können hier noch etwas lernen - etwa über den mysteriösen Schwerbelastungskörper in Berlin, der das Fundament für einen 117 Meter hohen Triumphbogen der Nazis bilden sollte.

Wer sagt denn, dass man im Web nichts mehr lernen kann. Das kuriose Online-Portal Betrachter.de (http://www.betrachter.de) zeigt schon seit einigen Monaten die Welt aus der Vogelperspektive. Unzählige ehrenamtliche Helfer durchforsten die Fotobestände von Google Earth auf der Suche nach witzigen, lehrreichen und interessanten Ausschnitten. Hier ist es per Mausklick möglich, den Stars in den Garten zu schauen, militärische Anlagen zu bestaunen, die EM-Stadien zu sichten oder Kernkraftwerke zu begutachten. Zuletzt hat die Betrachter.de-Community versucht, Bilder von den letzten Concorde-Flugzeugen zu finden, die inzwischen in Freiland-Museen auf der ganzen Welt ausgestellt sind.

Zurzeit wandeln die Kreativen von Betrachter.de bevorzugt auf historischen Pfaden und tragen Google-Earth-Aufnahmen zusammen, die eine moderne Lektion im Fach Geschichte vermitteln.

Betrachter.de: Giganto-Wahnsinn der Nazi-Architekten
Ein perfektes Beispiel dafür ist das Luftbild vom Schwerbelastungskörper (http://www.betrachter.de/schwerbelastungskoeper/), das am 25. Februar neu in den Bestand aufgenommen wurde und dank seiner interessanten Geschichte sehr hohe Klickraten verzeichnet. Beim Schwerbelastungskörper handelt es sich um ein 14 Meter hohes kreisrundes Experiment der Nazis, das von 1941 bis 1944 in der Nähe des Berliner Flughafen Tempelhofs errichtet wurde.



Die Nazis wollten aus Berlin die Welthauptstadt Germania machen und auf der Nord/Süd-Achse der Stadt einen einzigartigen Triumphbogen mit 117 Meter Höhe und 170 Meter Breite errichten. Geplant hat den Bogen Hitlers Haus- und Hofarchitekt Albert Speer.

Das Problem seinerzeit wie auch heute: Ist der märkische Sand überhaupt dazu in der Lage, einen solchen Triumphbogen zu tragen? Aus diesem Grund wurde der Schwerbelastungskörper in Form eines Pilzes gebaut, um das zu testen. Er drückt mit seinem Gewicht von 12.650 Tonnen auf eine Grundfläche von 100 Quadratmetern. Das entspricht einem Druck von 12,65 Kilo pro Quadratzentimeter. 1948 wurde Bilanz gezogen: Der Schwerbelastungskörper war in 2,5 Jahren doch tatsächlich um 19,3 Zentimeter eingesunken und hat sich um 3,5 Zentimeter geneigt. Das Fazit: Ohne zusätzliche Maßnahmen würde ein Triumphbogen bereits nach zehn Jahren einfach umfallen. So oder so wurde er nie gebaut. Der Schwerbelastungskörper ist aber noch immer in Berlin zu sehen. Und dank Betrachter.de wissen die Touristen nun auch, welche Geschichte hinter dem Bau steckt.

Betrachter.de: Auf den Spuren des Bernsteinzimmers
Und es geht gleich weiter. Das Bernsteinzimmer wurde bereits in den Zeiten von Friedrich I von drei deutschen Bernsteinmeistern entworfen und als komplette Wandvertäfelung errichtet - ursprünglich als Schmuck für das Charlottenburger Schloss in Berlin. Der russische Zar Peter der Große bewunderte das Zimmer sehr, bekam es geschenkt und nahm es mit nach Sankt Petersburg. Während des Zweiten Weltkriegs demontierte die Wehrmacht das Zimmer und brachte es im Oktober 1941 in 27 Kisten verpackt wieder zurück nach Deutschland, um es in Königsberg neu aufzubauen. Seit 1945 ist das Bernsteinzimmer aber wieder verschollen - es wurde bereits an über 100 Orten vermutet und auch gesucht. Allerdings vergeblich.

Während in Sankt Petersburg inzwischen eine Rekonstruktion des Bernsteinzimmers zu sehen ist, wendet die Schatzsucherwelt seine Aufmerksamkeit nach Deutschneudorf im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien. Hier wurde ein alter Bergstollen neu entdeckt - und zwar einer, in dem die Nazis vor Kriegsende noch zahlreiche Schätze vergraben haben sollen. Auch das Bernsteinzimmer wird an dieser Stelle vermutet. Probebohrungen, die zurzeit stattfinden, sollen aufzeigen, ob weitere Schächte vorhanden sind. Betrachter.de zeigt das Areal seit dem 26. Februar aus der Vogelperspektive (http://www.betrachter.de/schatzsuche-in-deutschneudorf-bernsteinzimmer/). Ein Mausklick reicht dabei aus, um zu Google Earth zu wechseln, sodass sich auch die Umgebung unter die Lupe nehmen lässt.

Alexander Hornung, Geschäftsführer der für Betrachter.de verantwortlichen Schnaeppchenjagd.de GmbH: "Betrachter.de hat als Spaßprojekt begonnen. Nach zahllosen Medienberichten und einer tollen Unterstützung unserer Community gewinnt der Online-Auftritt nun immer mehr an Kontur. Dass wir nun mit Fotos einzelner Regionen einen lebendigen Geschichtsunterricht vermitteln, freut uns sehr. Es zeigt, dass wir das Potenzial von Betrachter.de noch lange nicht ausgereizt haben." (4450 Zeichen, zum kostenlosen Abdruck freigegeben)

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Freigabedatum: Mon, 03 Mar 2008 08:05:28 +0000

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