Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel der Mittelbayerischen Zeitung zum Milliardenspiel der Fußball-Bundesliga
ID: 456599
Die Fußball-Bundesliga setzt neue Rekordmarken. Ein Sport schwelgt
in seiner Bedeutung.
Von Heinz Gläser
Siehe da! Es wird doch nicht alles zu Gold, was der Deutsche
Fußball-Bund (DFB) anpackt. Die Frauenfußball-WM im eigenen Land war
zwar insgesamt sportlich und wirtschaftlich ein Erfolg. Letztlich
aber darf der Versuch als gescheitert erachtet werden, die wenigen
verbliebenen Konkurrenten - sprich anderen Publikumssportarten - in
der öffentlichen und medialen Wahrnehmung gänzlich ins Abseits zu
drängen und den lukrativen Sportmarkt hierzulande allein für die
Kicker zu okkupieren. Schuld war das eher dürftige Abschneiden der
deutschen Elf. Jetzt dürfen wieder die Männer ran, und das Getöse
rund um den Start der 49. Bundesliga-Saison ist gewaltig. Reinhard
Rauball, der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), wirft mit
Superlativen um sich, als wären sie Fanartikel-Ramsch. Er erwartet
nicht mehr und nicht weniger als "eine grandiose Saison in der
spannendsten Liga Europas". Die Bundesliga hat die italienische Serie
A in der maßgeblichen Fünfjahreswertung des europäischen Verbandes
Uefa bereits überrundet. Jetzt nehme man Spaniens Primera División
ins Visier, tönt Rauball. Vor nicht allzu langer Zeit galt ein
solches Vorhaben noch als äußerst kühn, ja unrealistisch. Übersetzt
in die Sprache des Sports könnte man sagen: Rauball & Co. strotzen so
vor Kraft, dass sie kaum mehr laufen können. Aber die Zahlen
untermauern ja dieses Selbstbewusstsein. Rund eine halbe Million
Dauerkarten haben die 18 Erstliga-Klubs an die zahlende Kundschaft
gebracht. Rekord - natürlich. Knapp 13 Millionen Fans pilgerten
bereits in der vergangenen Saison in die modernen Arenen. Auf dem
Transfermarkt investierten die Vereine bislang 132 Millionen Euro -
gewiss eine gewaltige Summe, die aber auch für wirtschaftliches
Augenmaß spricht, weil sie deutlich unter der Höchstmarke von 2007
(194 Millionen Euro) rangiert. Seit Jahren prophezeien Experten, das
Geschäft mit der Ware Fußball werde an seine Grenzen stoßen. Indes:
Diese sind noch nicht in Sicht. Die Bundesliga hat sich konsequent
als familientaugliches "Premiumprodukt" (Rauball) etabliert.
Hässliche Begleiterscheinungen des Fußballs wie Gewaltexzesse und
Alkoholmissbrauch sind mittlerweile die Ausnahme, die Hooligans haben
die unteren Ligen zu ihrer neuen Spielwiese erkoren. Aber hinter der
glatt polierten und gefälligen Fassade lauern doch ein paar Gefahren.
Mit RB Leipzig schickt sich ein weiterer Retortenklub an, dank
großzügiger finanzieller Unterstützung eines potenten Sponsors
irgendwann in die Beletage des deutschen Fußballs einzuziehen, wie
dies der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim vorgemacht haben. Die
heftigen Debatten über den Verlust der Identität und Authentizität
dieses Volkssports toben nicht mehr nur in den Zirkeln der
hoffnungslosen Fußball-Romantiker. Greifbar wurde dies in der -
allerdings absurden - Diskussion um die Verpflichtung von
Nationaltorhüter Manuel Neuer durch den Branchenprimus Bayern
München. Die DFL hat offenbar die Gefahr erkannt, das Rad zu
überdrehen. Einer weiteren Zerfaserung ihres Spielplans zum Zwecke
der Profitmaximierung auf dem TV-Rechtesektor hat die Liga eine klare
Absage erteilt. Auch das ist ein Signal der Stärke. Die Bundesliga
hat solche Zugeständnisse an ihre Fernsehpartner gar nicht mehr
nötig. Es wird ohnehin (fast) alles zu Gold, was sie anfasst.
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Datum: 04.08.2011 - 19:25 Uhr
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