Staatsminister Michael Boddenberg: "Wert der Freiheit für den Einzelnen deutlich machen

Staatsminister Michael Boddenberg: "Wert der Freiheit für den Einzelnen deutlich machen

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Staatsminister Michael Boddenberg: "Wert der Freiheit für den Einzelnen deutlich machen"



(pressrelations) - 24.08.2011 - Pressemitteilung
Erinnern an Mauer-Opfer und daraus erwachsende Verantwortung gesamtdeutsche Aufgabe / Debatte im Hessischen Landtag zum 50. Jahrestag des Mauerbaus

In der Debatte des Hessischen Landtags zum 50. Jahrestag des Mauerbaus erklärt Staatsminister Michael Boddenberg, Hessischer Minister für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes beim Bund: "50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer und der Errichtung der Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze fällt es vielen Menschen in unserer Gesellschaft zunehmend schwer, den Wert der Freiheit für das Leben des Einzelnen richtig zu bewerten. Die Hessische Landesregierung versteht das Erinnern an die Opfer der Mauer und die daraus erwachsende Verantwortung für den Erhalt unserer freiheitlichen Gesellschaft als eine gesamtdeutsche Aufgabe. Glücklicherweise leben wir heute in einem Land, in dem die jüngere Generation Unfreiheit und Unterdrückung nur noch aus Erzählungen und den Geschichtsbüchern kennen. Dass nach dem Bau der Mauer 28 Jahre später ihr Zusammenbruch kam, ist Ausfluss konkreten Handelns vieler mutiger Menschen in der ehemaligen DDR. Sie können zu Recht stolz darauf sein, mit Mut, Entschlossenheit und Zuversicht den Zusammenbruch der DDR herbeigeführt zu haben.

Bevor die Mauer fiel, mussten allein an der Berliner Sektorengrenze 161 Menschen ihr Leben lassen, zuletzt noch im März 1989. 26 Menschen sind allein an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen getötet worden. Hinter diesen Toten stehen Eltern und Kinder, Freunde und Verwandte, die bis heute an den Folgen leiden. Die Opfer haben ihren Freiheitswunsch mit dem eignen Leben oder dem ihrer Angehörigen bezahlt. Wir verneigen uns vor den Opfern und zollen Respekt und Dankbarkeit all jenen, die den Todesstreifen unter Lebensgefahr überwunden haben. Sie alle wurden zu Zeugen eines unbändigen Freiheitswillens, der auch von Beton und Stacheldraht nicht aufgehalten wurde.

Es macht wütend, wenn angesichts dieser Tragödien heute die Mauertoten und jene, die vergeblich versucht haben, die Grenzanlagen zu überwinden, von einigen Geschichtsfälschern als Wirtschaftsflüchtlinge diffamiert werden. Es macht fassungslos, wenn heute, angespornt durch die SED-Nachfolgepartei Die Linke, nach repressionsfreien Räumen im Lebensalltag der ehemaligen DDR gefahndet wird. Gerade so, als ob nicht die Staatssicherheit mit ihren 91.000 offiziellen und 189.000 inoffiziellen Mitarbeitern sowie den 210.000 "Kämpfern" in den "Betriebskampftruppen" sowie weiteren 150.000 freiwilligen Helfern der Volkspolizei und 3.000 freiwilligen Grenzhelfern sämtliche Lebensbereiche durchsetzt hätten, mit dem Ziel, das Leben jedes Einzelnen vollständig zu erfassen, zu kontrollieren und Widerstand dagegen brutal zu brechen.



Je mehr die konkrete Diktaturerfahrung Einzelner in der Gesamtgesellschaft zurücktritt, desto leichter haben es Vertreter der reinen Lehre, und überlebt geglaubte Ideologien treten erneut hervor. Wer heute sagt, Sozialismus und Freiheit gingen zusammen, kann das Leben in der DDR jedenfalls nie kennen gelernt haben.Unsere Aufgabe heute muss es daher sein, diesen Bestrebungen nach Beschönigen und Vernebeln entschlossen und offen entgegenzutreten.

In Hessen erinnern das Grenzmuseum "Schifflersgrund" und die Gedenkstätte "Point Alpha" mit umfangreichen Dokumentationen und vielfältigen Programmen an den 269 Kilometer langen ehemaligen Todesstreifen zum Nachbarn Thüringen. Zusammen mit vielen ehrenamtlich Tätigen unterstützen die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung und die Hessische Landesregierung diese wertvolle Arbeit. Auch die Hessische Landesvertretung Berlin zeigt mit der Veranstaltungsreihe "Hessen erinnert ? 50 Jahre Mauerbau" unterschiedliche Aspekte von Leben und Arbeiten diesseits und jenseits von Beton und Stacheldraht."


Pressestelle: Staatskanzlei
Pressesprecher: Staatssekretär Michael Bußer, Sprecher der Landesregierung
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