NABU: IAA zeigt, wie sehr die Autobranche der Energiewende hinterher hinkt / Neues CO2-Label ist Kundentäuschung
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um PS-verrückte Kundschaft, aber sie schaffen es nicht, neue
Spritspartechniken endlich serienmäßig anzubieten", kritisiert
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Damit zeigt die IAA, dass
die Autobranche der Energiewende allzu weit hinterher hinkt." So
trägt der Verkehrsbereich viel zu wenig für den Umwelt- und
Klimaschutz bei. Tatsächlich können die Effizienzfortschritte mit dem
globalen Pkw-Wachstum, das in diesem Jahr wohl erstmals die Marke von
1 Milliarde überschritten hat, nicht Schritt halten.
Viele Neuheiten auf der IAA zielen auf eine entfernte Zukunft,
etwa der VW Nils, oder sind zu anspruchsvoll, um schnell große
Stückzahlen zu erreichen, wie die i-Autos von BMW, erklärt
NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Das Elektroauto bleibt in aller
Munde, wird aber auf längere Zeit ein Nischenprodukt bleiben,
aufgrund ungelöster Probleme bei Reichweite, Batterietechnik und
Preis. Deshalb fordert der NABU als oberste Maxime, dass deutliche
Verbrauchseinsparungen bei der "klassischen Hausmannskost", also dem
Viersitzer mit Verbrennungsmotor, erzielt werden müssen. Das Ziel
muss nach Ansicht des NABU ein Flottendurchschnitt von 80 g/km im
Jahre 2020 sein. "Dazu muss sich die Bundesregierung endlich für
klare Vorgaben auf EU-Ebene einsetzen", betont Miller.
Bislang hat sich die Bundesregierung nicht als engagierter Kämpfer
für Klimaschutz im Verkehrsbereich hervorgetan, kritisiert der NABU.
Bestes Beispiel ist die ab Dezember gültige
Energieverbrauchskennzeichnung für Neufahrzeuge. "Tatsächlich stellt
dieses neue Label schwere und verbrauchsstarke Autos tendenziell
besser und suggeriert dem Kunden eine nicht vorhandene
Umweltfreundlichkeit", erklärt Miller. Der NABU lehnt das
CO2-Verbrauchslabel als Kundentäuschung ab und fordert deutliche
Verbesserungen. "Es ist der Sache nicht dienlich, wenn ein
zweieinhalb Tonnen schwerer Geländewagen mit 10 Litern Verbrauch ein
staatlich geprüftes grünes CO2-Label erhält, auch wenn der Motor
vergleichsweise effizient arbeitet", betont NABU-Experte Oeliger.
Insbesondere die deutschen Hersteller haben mit
Oberklassefahrzeugen in den letzen Jahren kräftig Kasse gemacht, auch
und vor allem in Asien. Doch das Mobilitätsverhalten beginnt sich zu
ändern, insbesondere in den Ballungszentren Europas. Angesichts von
Ressourcenverknappung und Klimaauflagen steht die Branche vor
grundlegenden Veränderungen, deshalb sollte sie die Milliardengewinne
vor allem in neue Effizienztechniken wie Hybrid und Leichtbau
investieren, fordert der NABU. Andernfalls dürfe man sich keine
Illusionen über das bedrohliche Fortschreiten des Klimawandels
machen: In China fehlen noch mehr als 600 Millionen Autos, um den
westlichen Standard von rund 500 Pkw pro 1000 Einwohner zu erreichen.
"Alle Klimaziele sind Makulatur, wenn der asiatische Bedarf mit der
altbackenen Technik eines Benzin-Verbrennungsmotors gedeckt wird",
warnt NABU-Bundesgeschäftsführer Miller.
Für Rückfragen:
NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger, Telefon mobil 0172 920 1823.
Er steht am 15. und 16. Oktober auf der IAA für Interviewanfragen zur
Verfügung. Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722,
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
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Datum: 13.09.2011 - 13:25 Uhr
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