NABU und Testbiotech warnen vor Zulassung von Gen-Soja im EU-Markt

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NABU und Testbiotech warnen vor Zulassung von Gen-Soja im EU-Markt



(pressrelations) - n durch Rückstände von Unkrautkillern sind für Verbraucher unkalkulierbar

Berlin/Brüssel ? Die Experten der EU-Mitgliedsländer in Brüssel verhandeln heute über zwei Anträge auf Marktzulassung gentechnisch veränderter Sojabohnen der Firmen Monsanto und Bayer. Die Sojabohnen wurden gegen die Herbizide Glyphosat (bekannt als Roundup) und Glufosinat (bekannt als Liberty oder Basta) unempfindlich gemacht. Dadurch können sie mit speziellen Unkrautvernichtungsmitteln gespritzt werden, ohne dabei selbst Schaden zu nehmen. In der Folge finden sich Rückstände dieser Spritzmittel auch im Pflanzen¬gewebe. Testbiotech und der Naturschutzbund (NABU) warnen vor einer EU-Marktzulassung der Sojabohnen, die für den Import und die Verarbeitung Futter- und Lebensmitteln beantragt wurde. Insbesondere fehlen Daten über die Höhe der Spritzmittelbelastung dieser Pflanzen.
"Vor allem in den Anbauländern Argentinien, Brasilien und den USA werden die Pflanzen massiv mit Glyphosat besprüht, weil immer mehr Unkrautarten Resistenzen gebildet haben. Wenn nicht bekannt ist, wie hoch die Giftbelastung tatsächlich ist, kommt eine Zulassung dieser Pflanzen zur Verwendung in Futter- und Lebensmitteln nicht in Frage", sagt Steffi Ober vom NABU. "Rückstände dieser Herbizide finden sich inzwischen sogar im Blut von Verbrauchern."
Die Produkte, über deren Marktzulassung debattiert wird, sind die Soja 40-3-2 von Monsanto (bekannt als Roundup-Ready-Soja) und die Soja A5547-127 der Firma Bayer (auch "Bayers Basta-Bohnen" genannt). Letztere dürfen seit kurzem in Brasilien angebaut werden. Sie sollen jetzt zum ersten Mal in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden. Die schon seit einigen Jahren angebaute Roundup-Ready-Soja landet in der EU vorwiegend im Tierfutter. Ihre Marktzulassung ist abgelaufen und wird zurzeit erneut geprüft. Es ist unklar, ob die Roundup-Ready-Sojabohnen die Gesundheit schädigen, weil es bislang kein Monitoring der Auswirkungen auf die Gesundheit gab, obwohl dieses in der EU vorgeschrieben ist.


Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass Glyphosatmischungen zu Störungen der embryonalen Entwicklung führen können. In Deutschland sind einige diese Mischungen bereits verboten worden, damit die Gifte nicht in die Nahrungskette gelangen. Die Verwendung von Glufosinat soll aufgrund bekannter gesundheitlicher Risiken in der EU ab dem Jahr 2017 sogar vollständig verboten werden. Es wäre paradox, wenn man jetzt Pflanzen zuließe, die regelmäßig Rückstände dieser Herbizide aufweisen.
Zudem gibt es weitere Bedenken gegenüber der Risikobewertung durch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA: "Es wurden weder die signifikanten Veränderungen in der Zusammen¬setzung der Pflanzen noch mögliche Auswirkungen auf das Immun- oder Fortpflanzungssystem ausreichend geprüft. Außerdem gab es keine Untersuchungen möglicher Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen gentechnisch veränderten Pflanzen, die in Lebens- und Futtermitteln gemischt werden können. Diese Produkte können deshalb nicht als sicher angesehen werden?, warnt Christoph Then.


Für Rückfragen:
Dr. Christoph Then, Tel 015154638040, info@testbiotech.org, www.testbiotech.org
Dr. Steffi Ober, Tel. + 49 (0)30.28 49 84-1612, Steffi.Ober@nabu.de, www.NABU.de


Link zum Brief an die Experten der Mitgliedsstaaten:
http://www.testbiotech.de/node/573
Links zu Berichten zum Thema Glyphosat des Naturschutzbundes und von Testbiotech:
http://www.testbiotech.de/sites/default/files/Testbiotech_Giftmischer_0.pdf
http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/studien/nabu-glyphosat-agrogentechnik_fin.pdfUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Von der Idee zum Produkt Finanzausschuss des Bundestages führt Gespräche in Luxemburg
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Datum: 14.11.2011 - 12:15 Uhr
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