Protest gegen Steuergelder für Meereszerstörung / Greenpeace-Aktivisten klettern auf Fischtrawler in Bremerhaven
ID: 547454
demonstrieren Greenpeace Aktivisten heute in Bremerhaven gegen
Subventionen für das Zerstören und Überfischen der Meere durch
Fangschiffe. An den Haltetauen der schwimmenden Fischfangfabrik haben
sich Kletterer festgemacht. Taucher haben eine Kette an der
Schiffsschraube befestigt. Auf Bannern steht: "Keine Steuergelder für
Meereszerstörung". "Die Gier der industriellen Fischerei hat die
Meere vor unserer Haustür völlig geplündert. Jetzt geht der
subventionierte Raubbau weltweit weiter", sagt Iris Menn,
Meeresexpertin von Greenpeace.
Der Fischtrawler "Jan Maria" gehört mit einer Länge von 117 Metern
und rund 5.000 Tonnen Ladekapazität zu den größten Schiffen der
Fischereiflotte in der Europäischen Union (EU). Deren Fangkapazität
ist zwei bis dreimal höher ist als für eine nachhaltige Fischerei gut
wäre. Die Folge: Die Fischbestände in EU-Gewässern sind massiv
überfischt, die Fangflotte ist hoch subventioniert und beutet andere
Meeresregionen aus, wie zum Beispiel vor Westafrika. In die "Jan
Maria" sind seit 1999 über 23 Millionen Euro direkte und indirekte
EU-Fördergelder geflossen, wie ein aktueller Bericht von Greenpeace
zeigt (http://gpurl.de/V6oq4).
Fischereiminister versagen beim Schutz der Meere
Die EU-Fischereiminister haben bei der jährlichen Vergabe der
Fisch-Fangquoten Mitte Dezember erneut wirtschaftliche Interessen
über den Schutz der Fischbestände gestellt. Fast nie folgen die
Minister den Empfehlungen der Kommission. Stattdessen beschließen sie
höhere Fangquoten oder schwächen die empfohlenen Reduzierungen ab. So
wurde zum Beispiel für den Hering in der südlichen Nordsee eine
Erhöhung um 68 Prozent beschlossen anstelle der empfohlenen 19
Prozent. Für den Kabeljau im Seegebiet des Kattegatts hatte die
Kommission einen Fangstopp gefordert, entschieden haben die Minister
jedoch nur, die Quote um 30 Prozent zu reduzieren.
EU-Kommission erklärt europäische Fischereipolitik für gescheitert
und will Reform
Die EU-Kommission hat sich und ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik
(GFP) ein Versagen auf ganzer Linie bescheinigt. In ihrem Grünbuch
aus dem Jahr 2008 heißt es, dass 88 Prozent der kommerziell genutzten
Fischbestände in EU-Gewässern überfischt seien und die EU-Flotte
bereits ein Viertel ihrer Fänge außerhalb Europas fische. Dies sei
ein Resultat der riesigen Überkapazität der EU-Flotte und ihrer
zerstörerischen Fangmethoden. Deshalb steht beides in der aktuellen
Reform auf dem Prüfstand.
Greenpeace fordert, dass die Überkapazitäten der Fangflotte
abgebaut werden. Zudem müssen die Quoten künftig den
wissenschaftlichen Empfehlungen folgen. Die Umweltschützer
protestierten bereits beim Einlaufen der "Jan Maria" in Bremerhaven
gegen die Überfischung der Meere.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Iris Menn, Tel. 0171-8880
023 oder Pressesprecher Björn Jettka, Tel. 0171-8780 778. Fotos
erhalten Sie unter Tel. 040-30618-377, Videomaterial unter Tel.
0172-3158147. Webmagazin zu Fischerei vor Westafrika:
http://sos-oceans.greenpeace.de http://twitter.com/greenpeace_de
http://www.facebook.com/greenpeace.de
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Datum: 02.01.2012 - 08:34 Uhr
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