Lage verfolgter Christen muss uns alarmieren
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Lage verfolgter Christen muss uns alarmieren
Internationale Organisationen müssen aktiver werden
Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors hat an diesem Mittwoch seinen jährlichen Überblick über die Verfolgung von Christen in aller Welt veröffentlicht. Danach hat sich die Situation der Christen vor allem dort verschlechtert, wo der islamische Extremismus zugenommen hat. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder:
"Der neue Report von Open Doors über die Situation der verfolgten Christen ist alarmierend. In vielen Regionen der Welt verschlimmert sich ihre Lage. Gläubige wegen ihres Bekenntnisses zu einer Religion zu verfolgen oder zu bedrängen, ist ein schwerer Verstoß gegen die Menschenrechte.
Die internationalen Organisationen wie die Vereinten Nationen müssen sich diesem Thema mehr annehmen und konsequent gegen Staaten vorgehen, die die Religionsfreiheit verletzen oder Christen nicht genügend schützen. Allein die Schätzung von Open Doors, dass weltweit rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, fordert zum Handeln auf. Auch die deutsche und europäische Außenpolitik dürfen nicht nachlassen, sich für die Christen in Not weltweit nachhaltig einzusetzen.
Dabei ist zu beachten, dass die Missachtung der Religionsfreiheit oft mit weiteren Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Christen werden verhaftet und misshandelt. In vielen Staaten tut der Staat oft zu wenig gegen die Übergriffe auf Christen oder er ist machtlos. In Nigeria wurden allein am Weihnachtsfest bei Anschlägen über 30 Christen getötet.
Bedrückend ist, dass Christen, wie das Beispiel in Nigeria zeigt, zunehmend besonders durch radikale Islamisten bedroht sind. Dass Nordkorea weiter an der Spitze der Staaten steht, in denen Christen am meisten verfolgt werden, war leider zu erwarten. Aber auch gerade in Staaten wie Afghanistan und Saudi-Arabien hat sich die Lage verschlechtert. Große Sorgen muss uns bereiten, dass dies auch für Ägypten gilt, obwohl das Land vor knapp einem Jahr der Schauplatz einer friedlichen Revolution war. Die Christen drohen zu einem Verlierer der Revolution zu werden."
Hintergrund:
Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors hat am Mittwoch seinen Weltverfolgungsindex 2012 veröffentlicht. Zum zehnten Mal in Folge führt nach Angaben der Organisation das abgeschottete Nordkorea auf Platz 1 die Rangliste der 50 Staaten an, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die weiteren neun vorderen Plätze belegen islamisch geprägte Staaten. Insgesamt sind, so Open Doors, drei Viertel der Länder - 38 Staaten - islamisch geprägt. Jedes Jahr bewertet das Hilfswerk nach eigenen Angaben die Religionsfreiheit für Christen in 50 Ländern anhand eigener Befragungen vor Ort, von Berichten über Übergriffe und Experteneinschätzungen.
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Datum: 04.01.2012 - 12:30 Uhr
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