Ulrich Maurer: Christian Wulff hat mit der Glaubwürdigkeit auch die Unabhängigkeit des Amtes verspielt
ID: 549602
Glaubwürdigkeit auch die Unabhängigkeit des Amtes verspielt",
kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE,
Ulrich Maurer. "Wie kein Präsident zuvor ist er auf die Unterstützung
der Kanzlerin und der Regierungsparteien angewiesen. Damit aber ist
eine unabhängige Prüfung der Gesetze - die einzige wirkliche
politische Aufgabe des Bundespräsidenten - nicht mehr gewährleistet."
Maurer weiter:
"Gerade weil die von Angela Merkel geführten Regierungen immer
wieder Gesetze vorgelegt haben, die entweder vom Bundespräsidenten
oder vom Bundesverfassungsgericht als grundgesetzwidrig
zurückgewiesen werden mussten, kann sich das Land einen
Bundespräsidenten von Merkels Gnaden gar nicht leisten. Seine
verfassungsrechtliche Rolle verlangt nach größtmöglicher
Unabhängigkeit. Wer aber so auf die politische Gunst der Kanzlerin
angewiesen ist wie Christian Wulff kann nicht mehr 'objektiv,
neutral, mit Distanz als Bundespräsident agieren', wie er seinen
Anspruch im TV-Interview selbst formuliert hat.
Seine Gefechte mit dem Springer-Verlag, die für ihn finanziell
äußerst vorteilhaften Ungereimtheiten bei seinen Hauskrediten, die
moralische Fragwürdigkeit um die Urlaubs-Freundschaftsdienste, sein
allzu sorgloser Umgang mit dem Grundrecht der Pressefreiheit, sein
eigenartiges Verständnis von Transparenz haben die politische
Vertrauenskrise im Land weiter vertieft und der politischen Kultur
schwer geschadet.
Man mag einen 'peinlichen' Präsidenten dennoch im Amt ertragen
können - er wäre nicht der Erste. Doch wenn damit sowohl die
verfassungsrechtliche als auch die politische Rolle des
Staatsoberhaupts entscheidend unterminiert sind, wird nicht nur der
Amtsinhaber, sondern auch das Amt ad absurdum geführt. Begonnen hat
dieser Prozess allerdings schon früher. Wulffs Kleben am
Präsidentenstuhl ist die logische Folge dessen, wie er ins Amt
gekommen ist. Mit beidem stellt Angela Merkel die ganze Konstruktion
des Präsidentenamtes in Frage und wirft ein bezeichnendes Licht auf
die postdemokratischen Verhältnisse in diesem Land. Die
Präsidenten-Krise ist eine Kanzlerinnen-Krise ist eine
Demokratie-Krise."
Pressekontakt:
Hendrik Thalheim
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.01.2012 - 12:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 549602
Anzahl Zeichen: 2746
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 161 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ulrich Maurer: Christian Wulff hat mit der Glaubwürdigkeit auch die Unabhängigkeit des Amtes verspielt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fraktion DIE LINKE. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Fraktion DIE LINKE.
Saarbrücker Zeitung: Jamaika-Koalition im Saarland geplatzt ...
Die Jamaika-Koalition im Saarland ist gescheitert. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wird nach Informationen der "Saarbrücker Zeitung" noch heute die seit 2009 bestehende Koalition mit FDP und Grünen aufkündigen. Dies hat die Zeitung aus Koalitionskreisen erfahren
Azubi im Amt: Der Fall des Christian Wulff / Peter Altmaier und Jakob Augstein zu Gast bei "2+Leif" am 9. Januar 2012, 23 Uhr im SWR Fernsehen ...
Frohes neues Jahr? Nicht für den Bundespräsidenten. Noch klammert sich Christdemokrat Christian Wulff an sein Amt. Hauskredit zu günstigen Konditionen, telefonische Drohungen an die "Bild"-Zeitung, dilettantisches Krisenmanagement, Salamitaktik, Uneinsichtigkeit in die eigene UnzulÃ
LVZ: Grüne wollen FDP und Linkspartei 2012 bei den Mitgliedszahlen deutlich überflügeln / Angebot für frustrierte FDP-Mitglieder ...
Leipzig. Nach den Wahlergebnissen und Umfragezahlen wollen die Grünen FDP und Linkspartei 2012 auch bei den Zahlen der Parteimitglieder um Längen hinter sich lassen. Grünen-Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke bot politisch frustrierten FDP-Mitgliedern zugleich in einem Interview mit der &q
Trierischer Volksfreund: Debatte um Bundespräsident Christian Wulff - Leitartikel, Trierischer Volksfreund 06.01.2012 ...
Für Aufklärung wollte Christian Wulff sorgen. Und für Transparenz. Doch schon einen Tag nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag wird das Versprechen zum Rohrkrepierer. Das Staatoberhaupt liefert sich jetzt einen Kleinkrieg mit der Bild-Zeitung. So weit ist es schon gekommen. Darüber könnte




