Eine Pille gegen Alzheimer?
ID: 55289
(fet) - Wissenschaftler der Universität Aberdeen präsentierten auf der International Conference on Alzheimer Disease mit RemberTM (Methylenblau) einen Wirkstoff, der das Fortschreiten von Alzheimer verhindern kann.
Eine Pille gegen Alzheimer?(firmenpresse) - Morbus Alzheimer steht für einen fortschreitenden geistigen Verfall, mit abnehmenden Erinnerungsvermögen, kognitiver Leistungsfähigkeit sowie neuropsychologischen Symptomen. Die Ursachen dieser Veränderungen lassen sich auf der Ebene der Nervenzellen nachweisen. Aus histopathologischer Sicht sind extrazelluläre herdförmige Substanzeinlagerungen – die so genannten Plaques, welche größtenteils aus Fibrillen des β-Amyloid-Peptids bestehen – sowie intrazelluläre Fibrillenbündel aus übermäßig stark phosphorylierten Tau-Proteinen (Neurofilament-Proteine) auffällig. Das Eiweiß-Plaque besitzt die Fähigkeit zu verklumpen und so die Kommunikation zwischen den Nervenzellen zu unterbrechen. Im Gehirn führt das zu einer verminderten Sauerstoff- und Energieversorgung. Doch auch aufgrund der hyperphosphorylierten Tau-Proteine werden Transportprozesse gestört, die Zelle verliert an Stabilität und stirbt zuletzt. Das Zellsterben im Gehirn wird als eine der ausschlaggebenden Ursachen für Alzheimer betrachtet.
Bisher konzentrierten sich die meisten Medikamente im Kampf gegen Morbus Alzheimer auf die Verhinderung beziehungsweise Reduzierung von Amyloid im Gehirn. Im Gegensatz dazu zielt das neue Medikament RemberTM (Methylthioniniumchlorid) erstmalig auf die Tau-Protein-Ablagerungen ab. In einer Untersuchung an 321 Patienten konnte mittels des neuen Wirkstoffes eine Verlangsamung des geistigen Verfalls bei 81% der Patienten erzielt werden. Dabei erhielten die Probanden mit einer leichten oder gemäßigten Form von Morbus Alzheimer täglich entweder 30, 60 oder 100 Milligramm RemberTM oder ein Placebopräparat. Die Ergebnisse zeigten eine positive Wirkung bei der Gabe von 60 Milligramm am deutlichsten. In den ersten 50 Wochen war eine deutliche Verbesserung der Schwere der Demenz zu verzeichnen und nach 19 Monaten war angeblich kein Verfall der geistigen Funktionen mehr feststellbar.
Erstaunlich ist, dass der RemberTM –Wirkstoff der Forschung nicht unbekannt sein dürfte. Methylthioninumchlorid oder auch Methylenblau genannt findet überwiegend Einsatz in der Mikrobiologie, zum Anfärben von Bakterien, in der Medizin zur Vorzeichnung der chirurgischen Schnittführung sowie pharmakologisch als Antirheumatikum, Antiseptikum und als Gegenmittel bei einigen Vergiftungen. Bei der Bekämpfung von Alzheimer besitzt RemberTM laut Aussagen der Forscher aus Aberdeen zwei entscheidende Effekte. Zum einen blockiert es die Bildung von Tau-Proteinen sowie deren Umformung zu Filamenten. Zum anderen ist der Wirkstoff in der Lage, Tau-Protein zu lösen und zu Monomeren zu reduzieren. Diese kleinen Moleküle wiederum können mit Hilfe von eiweißverdauenden Enzymen, den Proteasen, abgebaut werden.
Obwohl die leitenden Wissenschaftler um Professor Wischik es für denkbar halten, dass bereits 2012 RemberTM als Medikament auf den Markt kommen kann, fehlen doch noch entscheidende Aussagen über die Wirksamkeit der Substanz. Um diese Ergebnisse zu liefern, kündigten die Forscher weitere und größere Untersuchungen ab dem Jahr 2009 an.
Redaktion: Anja Baustian
Literatur: Alzheimer’s Association International Conference on Alzheimer’s Disease. 29.07.2008
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der die Ernährungssituation in Deutschland im Hinblick auf die Ernährungstherapie und Prävention ernährungsmitbedingter Erkrankungen analysiert und bestrebt ist, diese mit geeigneten Methoden fächerübergreifend zu verbessern.
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
An den Frauenbrüdern 2
52064 Aachen
Tel.: 0241 - 96 10 316
Fax.: 0241 - 96 10 322
presse(at)fet-ev.eu
http://www.fet-ev.eu
Datum: 05.08.2008 - 10:52 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 55289
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Aachen
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart: Produktinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 05.08.2008
Diese Pressemitteilung wurde bisher 949 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Eine Pille gegen Alzheimer?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zucker ist ein schneller Energielieferant, besonders für das Gehirn. Doch eine übermäßige Zufuhr wirkt sich an vielen Stellen des Körpers schädlich aus. Bereits im Mund trägt Zucker – besonders in Kombination mit Fruchtsäuren – zur Kariesentstehung bei. Im Darm können größere Mengen d
Eiweiß – das A und O für einen dauerhaften Gewichtsverlust ...
Unsere Muskulatur verbrennt einen Großteil der aufgenommenen Kalorien. Vielen ist bewusst, dass der Muskelaufbau durch Sport bei einem Abnehmwunsch die Fettpolster deutlich schneller schmelzen lässt. Der logische Rückschluss, dass ein Verlust an Muskelmasse den Fettansatz erneut fördert, wird vo
Der Body-Mass-Index: Ein überholtes Diagnosekriterium? ...
Aachen (fet) – Der Body-Mass-Index ist für viele Fachkräfte und Laien nach wie vor das wichtigste Beurteilungskriterium für das Gewicht. Dabei sagt der Wert nur wenig über das Erkrankungsrisiko aus und ist nicht für jeden geeignet. Der Body-Mass-Index, kurz BMI, gibt an, wie viel Kilogramm
Weitere Mitteilungen von Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
Haarausfall ist heilbar ...
Erwiesen ist, dass Geschlechtshormone dabei eine Hauptrolle spielen. Hier setzen neue Therapien an. Grund für die Glatze ist das männliche Hormon Testosteron. Aus ihm entsteht in der Kopfhaut das Hormon DHT. Bei einer angeborenen Überempfindlichkeit lässt DHT die Haarfollikel schrumpfen - die Ha
Asconex übernimmt Geschäftsbetrieb der Pharmarissano Arzneimittel ...
Villmar, 03. August 2008 – Am 1. August 2008 übernimmt die Firma Asconex Arzneimittelvertriebs GmbH den Geschäftsbetrieb der Pharmarissano Arzneimittel GmbH in Bockenheim an der Weinstraße. Damit erweitert Asconex ihr Portfolio an Homöopathika, Nahrungsergänzungsmitteln, Medizinprodukten und
Die DNA-Analyse in der Bestimmung des Geschlechtes ...
Nicht nur in der griechischen Mythologie gibt es die Figur des Hermaphroditus, der als Zwitter geboren wurde und nachdem heute in der Natur doppelgeschlechtliche Wesen benannt sind. Verstärkt nennt man heute auch Menschen mit nicht eindeutigen anatomischen Geschlechtsmerkmalen Hermaphroditen (Inte
Neues ganzheitlichen Anti-Aging Konzept in Fulda vorgestellt ...
Der Einladung folgten 200 geladene Gäste aus Fulda und Umgebung, sowie aus dem Rhein-Main-Gebiet, dem Bodensee, Kassel, Nordrheinwestfalen und Trier. Nach einem sehr informativen Vortrag stärkten sich die Besucher bei delikaten Canapees und Sekt. Im Anschluss fand eine Live-Vorführungen zu dem Th




