Rheinische Post: Kommentar: Traumreise endet als Alptraum
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gelaufen sind, erscheint es unfassbar: Wenige Meter vor der Küste,
bei gutem Wetter und ruhiger See läuft eine schwimmende Kleinstadt
auf ein Riff und droht zu versinken. Etliche Menschen, die sich den
Traum einer Kreuzfahrt erfüllen wollten, kommen ums Leben, andere
werden schwer verletzt. Gewiss, es ist gelungen, weit mehr als 4000
Menschen von der "Costa Concordia" in Sicherheit zu bringen. Das
bleibt fürs erste aber die einzige anerkennenswerte Leistung. Bereits
bei der Registrierung und Betreuung der Geretteten haperte es. Ganz
zu schweigen von den Vorgängen an Bord des Schiffes in den gerade
einmal drei Stunden, die zwischen dem Auslaufen und der Katastrophe
vergingen. Was trieb die Besatzung dazu, das Schiff "unglaublich
nahe" und "sehr ungeschickt" - so der ermittelnde Staatsanwalt - an
eine Insel mit gefährlichen Felsen heranzusteuern? War die
"Concordia" durch Technikprobleme manövrierunfähig? Falls ja, wieso
verfügt ein sechs Jahre altes, angeblich mit allen Raffinessen
ausgestattetes Schiff nicht über Ersatz-Systeme, die beim Ausfall
zentraler Anlagen anspringen? Der Kapitän, so scheint festzustehen,
war seiner Aufgabe nicht gewachsen. Statt bei seinen Passagieren zu
bleiben, lamentiert er über ungenaue Seekarten. Das macht einfach nur
sprachlos.
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Datum: 15.01.2012 - 22:22 Uhr
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