Neue OZ: Kommentar zu Parteien / SPD / Klausur
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So entspannt ist die SPD schon lange nicht mehr in ein Jahr
gestartet: gleich drei respektable Kanzlerkandidaten, die wie ein
Mann zusammenstehen, noch jedenfalls. Eine Partei, die sich nach
kluger Therapie von Sigmar Gabriel wieder etwas zutraut. Und jetzt
auch noch eine Wohlfühl-Klausur des Vorstandes, bei der Sach- und
nicht Personalfragen im Vordergrund stehen. Parteichef Gabriel sollte
sich die Fotos dieser sorgsam organisierten Familienfeier ins Album
kleben - so fröhlich dürfte es so schnell nicht wieder werden.
Denn die brisanteste Frage vor der Bundestagswahl 2013 wurde auf
der Klausur vermieden: die Kanzlerkandidatur. Erst nach der
Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar 2013 will die SPD den
Herausforderer Angela Merkels bestimmen. Viel Schub aus Hannover, ein
kurzer, heftiger Wahlkampf, das ist der schöne Traum der
SPD-Strategen. Er könnte an der Realität zerplatzen. Dass
CDU-Regierungschef David McAllister wegen der FDP scheitert, ist
nicht ausgemacht.
Fraglich ist auch, ob die Troika Gabriel, Steinbrück und
Steinmeier ein Jahr vornehme Zurückhaltung aushält. Publikumsliebling
Steinbrück ist mit der Inszenierung "Ich und Staatsmann Helmut
Schmidt" schon einmal vorgeprescht und hat sofort Gabriel aus der
Deckung gelockt. Der Niedersachse hat eigene Ambitionen längst nicht
aufgegeben. Ein ganzes Jahr Troika heißt: belauern, argwöhnen,
zuletzt kämpfen. Entspannt wird 2012 für die SPD nicht enden.
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Datum: 30.01.2012 - 22:00 Uhr
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