Rheinische Post: Sprachlose Kinder
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Nach dem Zappelphilipp-Syndrom, das Ärzte und Pädagogen ADHS oder
ADS nennen, ist eine weitere Kinderkrankheit in Deutschland auf dem
Vormarsch: die Sprech- oder Sprachstörung. Fast 40 Prozent aller
Jungen im Vorschulalter und immerhin 30 Prozent der gleichaltrigen
Mädchen sollen stottern, stammeln, lispeln - oder zumindest die
deutsche Sprache nicht so beherrschen, dass sie einen einfachen Satz
grammatikalisch richtig formulieren können. Das ist alarmierend. Da
kann auch nicht der Hinweis der größten Krankenkasse, der Barmer GEK,
beruhigen, dass alle Kinder mit diagnostizierten Sprachstörungen eine
logopädische Behandlung erhalten könnten, weil das deutsche
Gesundheitssystem eine so exzellente Versorgung biete. Dafür zu
sorgen, dass ein Kind bereits in den ersten Lebensjahren richtig
sprechen lernt, ist Aufgabe der Eltern. Erfüllen sie diese nicht,
geht viel wertvolle Zeit verloren. Eltern, die die deutsche Sprache
selbst nicht ausreichend beherrschen, um sie ihren Kindern umfassend
beibringen zu können, sollten ihren Nachwuchs möglichst früh in die
Obhut von Kindergärten geben. Andernfalls verringern sie dessen
soziale Aufstiegschancen.
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Datum: 31.01.2012 - 19:22 Uhr
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