Neue OZ: Kommentar zu Ausbildungspakt
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Wenn es einfache Wahrheiten gäbe, wäre das Regieren um ein
Vielfaches leichter. Das zeigt sich auch im Dauerstreit um die
jährlichen Zahlen des Ausbildungspakts. Während Wirtschaft und
Regierung über ständig zunehmenden Mangel an geeigneten Bewerbern für
Lehrstellen klagen, verweisen die Gewerkschaften auf eine steigende
Zahl schlecht qualifizierter junger Menschen.
Beides hat seine Berechtigung. Denn die Aussagen stehen nur
scheinbar im Widerspruch zueinander. Tatsächlich suchen immer mehr
Betriebe händeringend Nachwuchskräfte, während einem großen Teil der
jungen Generation wenige berufliche Chancen offenstehen.
Beim Integrationsgipfel im Kanzleramt ist in dieser Woche gerade
wieder über mangelhafte Sprachkenntnisse und Bildungsabschlüsse
junger Menschen diskutiert worden. Besonders darin dürfte die Ursache
der unterschiedlichen Wahrnehmung der Probleme auf dem
Ausbildungsmarkt liegen. Das Handwerk hat daraus richtige
Konsequenzen gezogen, indem es jungen Menschen sogar bei sprachlichen
und schulischen Defiziten Lehrstellen anbietet. Das fällt Handel,
Verwaltungen und Banken naturgemäß schwerer, bei der Industrie muss
das nicht zwangsläufig so sein.
Dabei steht fest: Stark bleibt die deutsche Wirtschaft nur, wenn
sie ihre absehbare Fachkräftelücke schließen kann. Dazu braucht es
Chancen und gute Ausbildung - für alle.
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Datum: 01.02.2012 - 22:00 Uhr
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