Rheinische Post: Hellas in Not
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Die griechische Tragödie geht ihrem Ende entgegen: dem Exodus. Der
Auszug Athens aus dem Euro ist kein Fantasiegebilde mehr, sondern
realistische Option. Zu lange haben die Griechen gezögert, ihr
Reformwille überzeugt offenbar nicht. Athen hat ein bisschen gespart
und viel abgewiegelt. Ein Ministerpräsident musste gehen. Jetzt steht
das Land vor Wahlen, Protestler legen immer wieder die Infrastruktur
lahm. Und das Vertrauen der Finanzmärkte ist bei Null. Nun scheint
auch die EU die Geduld zu verlieren. Der Ruf nach einem
"Sparkommissar" war kein Populismus, sondern pure Verzweiflung. Die
Privatisierungserlöse in Athen bleiben hinter den Erwartungen zurück,
eine funktionierende Steuerverwaltung ist nicht in Sicht, die
Vermögenden haben ihr Geld außer Landes gebracht. Und Wachstum?
Fehlanzeige. Ein weiteres Hilfspaket wird es wohl trotzdem geben.
Erneut wird Zeit gekauft. Dass Griechenland damit gerettet werden
kann, glaubt in der Bundesregierung aber nicht einmal der notorisch
optimistische Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er hat sich für die
Verhandlungen unlängst den Begriff "Fass ohne Boden" ins Englische
übersetzen lassen. Es heißt: "bottomless pit". Klingt auch nicht
besser.
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Datum: 02.02.2012 - 19:39 Uhr
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