Neue OZ: Kommentar zuÄgypten
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Die tödlichen Krawalle im Fußballstadion von Port Said lassen sich
mit Gewaltbereitschaft rivalisierender Fans alleine nicht erklären.
Richtig ist zwar, dass schon immer die Emotionen der
fußballverrückten Ägypter bei Schlagerspielen hochkochten und
Mannschaftsbusse von der Armee eskortiert werden mussten. Auch sind
Würfe mit Steinen, die in den maroden Stadien geradezu griffbereit
herumliegen, keine Neuigkeit.
Doch diesmal machten die Ultras von Al-Masri gezielt Jagd auf
Spieler und Anhänger der gegnerischen Mannschaft Al-Ahli aus Kairo.
So, als hätten sie noch eine Rechnung aus den Tagen der Revolution
offen: Vor einem Jahr standen die Al-Ahli-Fans an vorderster Front.
Der brutale Mob weckt zugleich Erinnerungen an die berüchtigten
Schlägertrupps des einstigen Despoten Mubarak und die Übergriffe auf
Kopten. Schon kursieren Spekulationen, dass die unsägliche
Teilnahmslosigkeit der Polizei dem noch regierenden Militärrat in die
Hände spielen sollte, der sich als alleiniger Beherrscher des Chaos
sieht.
Ägypten ist noch weit entfernt von dem friedlichen Staat, den sich
die Revolutionsbewegung erhofft. Mehr denn je brauchen die Menschen
am Nil eine Regierung, die für Ruhe, Rechtssicherheit und Stabilität
sorgt. Dazu gehört auch, das Blutbad in Port Said schnell aufzuklären
und die Täter zu bestrafen.
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Datum: 02.02.2012 - 22:00 Uhr
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