Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Terrorismus / Flughafen
ID: 572294
Das Urteil lässt keine Zweifel mehr zu. Arid U. war kein junger
Mann, der Amok gelaufen ist, sondern ein Terrorist, der gezielt
getötet hat. Seine Tat ist der erste vollendete islamistisch
motivierte Anschlag auf deutschem Boden. Als wäre das nicht schon
erschreckend genug, weist der Fall noch eine weitere Besonderheit
auf. Arid U. benötigte keine persönlichen Kontakte, um sich zu
radikalisieren. Er verkehrte nicht im Kreis von Gesinnungsgenossen.
Ihm reichten Hetzpredigten, Propaganda und islamistische Songs aus
dem Internet, um zum hasserfüllten Soldatenmörder zu werden. Selten
sind die Gefahren, die von solchen Web-Seiten ausgehen, so hart
zutage getreten wie in diesem Fall. "Mutter, bleibe standhaft, dein
Sohn ist im Dschihad." Auch dieses Lied hatte Arid U. aus dem
Internet, eine perfide sentimentale Lobhudelei auf Selbstjustiz und
Mord. Nicht jeder, der so etwas hört, wird gleich zum Attentäter.
Dennoch ist erhöhte Vorsicht geboten, wenn sich potenzielle
Gewalttäter durch Dschihad-Songs aufwiegeln lassen.
Im Übrigen gehört islamistischer Terrorismus leider schon länger
zu Deutschland. Erinnert sei etwa an den in Düsseldorf verurteilten
sogenannten Kofferbomber und die ebenfalls in Düsseldorf vor Gericht
gestellten Mitglieder der Sauerland-Gruppe. Während ihre Pläne aber
fehlschlugen oder vereitelt wurden, hat Arid U. eiskalt abgedrückt.
Er steht damit für eine neue Dimension des Schreckens.
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Datum: 10.02.2012 - 22:00 Uhr
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