Neue OZ: Kommentar zu Museen / Ausstellungen / Dürer
ID: 575383
Das Gerangel um Albrecht Dürers Selbstbildnis erinnerte an ein
Paar, das in Scheidung lebt: Da werden schlimmstenfalls sogar die
gemeinsamen Kinder instrumentalisiert. Das hilft niemandem wirklich,
aber der Schaden für die Kinder ist immens. Und oft müssen Behörden
einschreiten, um die Sache halbwegs glimpflich zu beenden.
Im konkreten Fall haben Politiker Dürers Bild instrumentalisiert,
um sich taktische Vorteile zu verschaffen, wie erbärmlich. Denn die
Kunstexperten warnten schon lange vor den Gefahren eines Transports.
So nachvollziehbar die Wünsche der Nürnberger Kuratoren auch sein
mögen: Wer die Ausleihe des Selbstporträts einfordert, nimmt
irreversible Schäden an dem Bild billigend in Kauf. Und das wegen
einer Handvoll Wählerstimmen.
Klar könnte man auf andere Kunstwerke verweisen, etwa die "Mona
Lisa", die auch schon auf Reisen geschickt wurde. Aber niemand wird
gezwungen, die Fehler anderer Museen zu wiederholen. Das Wohl des
Kunstwerks hat oberste Priorität.
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Datum: 15.02.2012 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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