Rheinische Post: Gauck - Mann neuer Koalitionen
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haben wir gerade vielleicht einen ersten Blick auf eine Regierung aus
SPD, FDP und Grünen werfen können. Immer wieder hat sich durch
siegreiche Präsidentschaftskandidaten gezeigt, wer anschließend auch
das Mandat zur Regierung bekommen würde. So war es beim ersten
FDP-Staatsoberhaupt Theodor Heuss 1949, so war es beim ersten
SPD-Bundespräsidenten Gustav Heinemann 1969. Und lange vor
Schwarz-Gelb markierte der Kandidat Horst Köhler 2004 das nahende
Ende von Rot-Grün. Der Mechanismus funktioniert immer noch. Kaum
hatte die FDP den Tisch mit der CDU-Kanzlerin verlassen und sich für
Joachim Gauck entschieden, morste die SPD zurück, dass die Botschaft
angekommen sei und sie auf Gauck setze. Weitgehend unbemerkt finden
SPD, FDP und Grüne Gemeinsamkeiten - etwa in einer
Bundestags-Kommission zur Zukunft von Wohlstand und Wachstum. Und bei
den Bürgerrechten steht die FDP den Grünen näher als der Union. Das
Gütesiegel für neue Bündnisse kam ausgerechnet von Angela Merkel. Sie
habe die Linken bei der Präsidenten-Suche außen vor gelassen, weil es
mit FDP, SPD und Grünen die "größte Übereinstimmung in
Grundüberzeugungen" gebe. Lagerwahlkampf klingt anders. Gauck steht
deshalb für die Farbenlehre der neuen freien Kombination.
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Datum: 20.02.2012 - 20:49 Uhr
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