Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarktzahlen
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Gründlich nach Gefahrenstellen gesucht und nichts gefunden - fast
schon entschuldigend klingt diese Erklärung der Bundesagentur für die
anhaltend positiven Daten vom Arbeitsmarkt. In großen Teilen Europas
herrscht Krisenstimmung und in manchen Regionen sogar
Perspektivlosigkeit für die junge Generation. In Deutschland dagegen
ist immer mehr vom Fachkräftemangel die Rede.
Auch an diesem krassen Unterschied zeigt sich, dass die deutsche
Wirtschaft gut mit dem Euro zurechtkommt und sich der Kampf um den
Erhalt der Gemeinschaftswährung für die ökonomisch stärkste Nation
Europas auszahlt. Dass die Bundesrepublik schwächere Partner bis zu
einem gewissen Grad mitzieht, liegt also in ihrem eigenen Interesse.
Doch der Euro birgt natürlich auch Gefahren für den deutschen
Arbeitsmarkt, nämlich dann, wenn die Kosten seiner Rettung zu hoch
werden. Das Beispiel Griechenland sollte Warnung genug sein.
Hinsehen muss man auch beim Thema Inflation. Zieht das teure Öl
den Verbrauchern noch mehr Geld aus der Tasche, dürfte es mit der
robusten Binnenkonjunktur bald vorbei sein. Das würde spürbar auf den
heimischen Arbeitsmarkt durchschlagen. Daher ist auch Augenmaß in den
Tarifrunden 2012 geboten. Es muss darum gehen, den Arbeitnehmer als
Konsumenten bei Laune und zugleich die Kosten seiner Beschäftigung im
verträglichen Rahmen zu halten. Ein Ruhekissen sind die glänzenden
Arbeitsmarktdaten also nicht.
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Datum: 29.02.2012 - 22:00 Uhr
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