Rheinische Post: Boykott gegen Wulff
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recht: Christian Wulff hätte besser auf den Großen Zapfenstreich zu
seinem Abschied verzichtet und sich angesichts seines unrühmlichen
Abgangs in Bescheidenheit geübt. Wulff handelt mit dem Pochen auf
alle ihm zustehenden Privilegien bis zuletzt ungeschickt und bekommt
nun eine sehr deftige Quittung: Die politische Klasse der
Bundesrepublik fühlt sich durch sein Handeln offenkundig schwer
beschädigt und dreht ihm in einem beispiellosen Vorgang fast
geschlossen den Rücken zu. Alle vier noch lebenden Vorgänger werden
dem Zapfenstreich fernbleiben. Und sogar unter den dorthin befohlenen
Soldaten soll sich Unmut regen. Aber Gefühl ist ein schlechter
Ratgeber: Der Boykott beschädigt erneut die Politik, erscheint er
doch unverhältnismäßig, selbstgerecht und kleinkariert, auch wenn
sich das Mitleid mit einem Christian Wulff in Grenzen hält, der
nirgendwo Abstriche machen will. Für einen Abgang mit Würde ist es
für ihn jetzt so oder so zu spät. Denn verzichtet er doch noch auf
den Zapfenstreich, reagiert er nur wieder auf den Druck. Die
Bundesregierung darf ihm dagegen die militärischen Ehren nicht
verweigern. So wird dem Zapfenstreich etwas Gespenstisches anhaften.
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Datum: 05.03.2012 - 20:16 Uhr
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