Börnsen: "Kultur für alle" würdigen, bewahren und bekräftigen
ID: 594554
März 2012 fordern vier Vertreter aus der Kulturszene in Deutschland
ein Ende der bisherigen Subventionspolitik im Kulturbereich. Dazu
erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der
CDU/CSU-Fraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup):
"Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellt sich der aktuellen Debatte
nach einer Reform der bisherigen Kulturförderung und ist überzeugt,
dass die Argumente für eine Beibehaltung der bisherigen,
erfolgreichen Förderpraxis weit überwiegen. Mit dem Vorschlaghammer
ist eine Reform der Kulturförderung nicht zu erreichen. Gleichzeitig
ist die jetzt begonnene Debatte auch eine Chance zu bekennen, dass
Kultur mehr ist als eine Last für die öffentlichen Haushalte.
Kulturelle Vielfalt ist ein hohes gesellschaftliches Gut - nicht
trotz, sondern auch wegen der öffentlichen Förderung.
Ebenso wie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vertreten wir daher
weiterhin unsere Überzeugung: Kulturförderung ist keine Subvention,
sondern eine Investition in die Zukunft. Öffentliche Mittel für die
Kultur sind weder Verschwendung noch Profitanlage - für uns sind sie
eine Bereicherung, für jeden Einzelnen. Kultur schafft Identität,
Werte, Bindungen - Kultur ist das, was den Menschen ausmacht.
Wir bekräftigen daher unseren Appell, nicht an der Kultur zu
sparen, die ohnehin nur 1,9 Prozent der öffentlichen Haushalte
ausmacht. Es lohnt sich nicht. Wer Mittel für die Kultur massiv
kürzen oder gar streichen will, gibt fahrlässig unseren einzigartigen
Kulturbestand Preis.
Wir bekräftigen daher unseren Grundsatz, dass "Kultur für alle"
keine Haltung, sondern eine Notwendigkeit ist. Sie ermöglicht jedem
Einzelnen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Kultur, sie belebt
die Menschen, sie stärkt unsere Demokratie. Gerade die vielfältigen,
unzähligen Kulturangebote können in Zeiten zunehmender
Orientierungslosigkeit ein Kompass sein.
Wir vertrauen zugleich auf den bisher erfolgreichen Dreiklang aus
öffentlich geförderter Kultur, Laienkultur und der Kultur- und
Kreativwirtschaft, wobei gerade die Laienkultur in Deutschland
besonders ausgeprägt ist und immer mehr Zulauf erfährt. Die aktuellen
Zahlen belegen das: Über eine Million Kinder in Deutschland besuchen
Musikschulen, sieben Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger
musizieren oder sind in Chören engagiert, über 50 000 Rock-, Pop-,
und Jazzbands sind von Flensburg bis Freiburg aktiv. Deutschland
verfügt über eine einzigartige Kulturlandschaft. Diese gilt es - mit
Unterstützung aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte -
anzuerkennen und zu sichern."
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Datum: 13.03.2012 - 15:16 Uhr
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