Energiewende erfordert Durchbruch bei Effizienzmaßnahmen. BUND legt 7-Punkte-Programm zum Energiesparen vor
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2020 rund 20 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen, wird nach
Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
deutlich verfehlt. Eine der wichtigsten Ursachen dafür sei der nach
wie vor zu hohe Stromverbrauch in Industrie und Haushalten. Um
vorhandene Reserven zur Senkung des Stromverbrauchs in Deutschland zu
mobilisieren, veröffentlichte der BUND ein sieben Punkte umfassendes
Programm zur Steigerung der Energieeffizienz. Das Programm soll
Industrie, Gewerbe und Verbraucher motivieren, bei Neuanschaffungen
die jeweils sparsamsten Geräte einzusetzen. Der Stromverbrauch der
Geräte sollte über ihre gesamte Lebensdauer ausgewiesen werden. In
Industriebetrieben sollen Stromfresser ausgetauscht und
einkommensschwache Haushalte bei der Anschaffung besonders sparsamer
Geräte unterstützt werden. Nach dem sogenannten "Top-Runner-Ansatz"
sollen die effizientesten Elektrogeräte zum Standard werden.
"Bisher wird im Stromsektor die erforderliche
Verbrauchsreduzierung deutlich verfehlt. Wenn hier nicht nachgelegt
wird, scheitert die Energiewende insgesamt. Neue
Effizienztechnologien schaffen neue Exportmärkte und bis zu 200000
neue Arbeitsplätze. Allein dies sollte Motivation genug sein, um
endlich ein Top-Runner-Programm aufzulegen", sagte der
BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Die vor drei Wochen zwischen Bundeswirtschaftsminister Philipp
Rösler und Umweltminister Norbert Röttgen vereinbarte deutsche
Position zur EU-Effizienzrichtlinie trage nicht dazu bei, den
Energieverbrauch deutlich zu senken, sagte Weiger. Nach monatelangem
Streit hatten Rösler und Röttgen vereinbart, es jedem EU-Land selbst
zu überlassen, wie es den Energieverbrauch senkt. Entgegen den Plänen
der EU-Kommission sollen außerdem die Energieversorger nicht
verpflichtet werden, bei ihren Kunden Maßnahmen zur Minderung des
Energieverbrauchs um jährlich 1,5 Prozent zu fördern. "Allein in
Deutschland wäre es damit möglich gewesen, pro Jahr rund sieben
Milliarden Euro bei Energieimporten einzusparen", sagte Weiger. "Dazu
ist jedoch eine wirksame und mit verbindlichen Maßnahmen unterlegte
Richtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz erforderlich", so der
BUND-Vorsitzende.
Die Bundesregierung müsse verstärkt auf EU-Kommissar Günther
Oettinger einwirken, auf EU-Ebene ebenfalls ein umfassendes
Top-Runner-Programm einzuführen, sagte Weiger. Nationale Maßnahmen
zur Durchsetzung der energieeffizientesten Geräte könnten dies
unterstützen.
Martin Pehnt, Energieexperte vom ifeu-Institut für Energie- und
Umweltforschung Heidelberg: "Bundeskanzlerin Angela Merkel und
Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonen immer wieder die
Bedeutung eines Top-Runner-Programms und bezeichnen es als
Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Zwischen dieser
Rhetorik und dem politischen Handeln klafft jedoch eine riesige
Lücke. Deutschland braucht endlich ein Top-Runner-Programm, das den
Markt für energieeffiziente Techniken deutlich ankurbelt und den
Stromverbrauch um zehn Prozent im Vergleich zu 2008 verringert. Das
hat sich die Bundesregierung vorgenommen und das sollte sie auch
umsetzen."
Die BUND-Studie zum Top-Runner-Programm mit dem Maßnahmenpaket zur
Steigerung der Energieeffizienz finden Sie im Internet unter:
http://is.gd/tDfCmW
Pressekontakt:
Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 030-27586-421 bzw. Rüdiger
Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, E-Mail:
presse@bund.net, www.bund.net
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Datum: 15.03.2012 - 09:32 Uhr
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