Aserbaidschan: ROG empört über Schmutzkampagne gegen investigative Journalistin
ID: 596690
gegen investigative Journalistin
Reporter ohne Grenzen (ROG) ist empört über die Schmutzkampagne
gegen die investigative Reporterin Khadija Ismayilova in
Aserbaidschan. "Ismayilova ist eine der besten und mutigsten
Journalistinnen des Landes", so die Organisation. "Es ist nicht das
erste Mal, dass man sie bedroht und zum Schweigen bringen will." Die
Journalistin berichtet über Korruption, Machtmissbrauch und
Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land.
Ismayilova arbeitet für mehrere Zeitungen und Rundfunksender,
unter anderem für den Auslandssender Radio Free Europe / Radio
Liberty. Außerdem koordiniert sie ein Projekt zur Beobachtung von
organisierter Kriminalität und Korruption in Aserbaidschan (OCCRP).
Sie hat mehrere Artikel über lukrative Auslandsgeschäfte der
Präsidentenfamilie und über Korruption in der Staatsspitze
veröffentlicht. Im Mai wird sie für ihre journalistische Arbeit mit
dem Förderpreis Freie Presse Osteuropas der ZEIT-Stiftung
ausgezeichnet.
Am 8. März hatte Khadija Ismayilova einen Brief erhalten, der
neben intimen Fotos von ihr die Drohung enthielt, sie "extrem
bloßzustellen", sollte sie ihre Arbeit nicht einstellen. Die
Journalistin reagierte darauf mit einem offenen Brief, in dem es
unter anderem heißt: "Ich werde diese Erpressungskampagne aushalten
und meine Tätigkeit fortsetzen. Als Journalistin, die ihre Arbeit
ernst nimmt, bleibt mir nichts anderes übrig."
Seit gestern kursiert im Internet ein Video, das Ismayilova in
intimen Situationen zeigt. Es erschien auf einer Seite, die der
Oppositionswebseite Musavat.com täuschend ähnlich sieht. Sowohl der
Vorsitzende der Oppositionspartei Musavat, als auch die Herausgeber
der Zeitung Musavat haben jede Verbindung zu der gefälschten
Internetseite abgestritten.
Die Kampagne gegen die Reporterin wurde von der staatlich
gelenkten Presse Aserbaidschans aufgegriffen und unterstützt. "Mit
ähnlichen Methoden sollten bereits vor einigen Jahren unabhängige
investigative Journalisten mundtot gemacht werden", so Reporter ohne
Grenzen. 2005 waren der Herausgeber der Oppositionszeitung Asadlig,
Ganimat Zahid, und sein Kollege Aser Ahmedow Ziel einer
Verleumdungskampagne. Fünf Jahre später richteten sich ähnliche
Versuche erneut gegen Ahmedow und zwei weitere Mitarbeiter von
Asadlig, Gan Turali und Natig Gulah Medoghu.
Reporter ohne Grenzen zählt den aserbaidschanischen Präsidenten
Ilcham Alijew zu den Feinden der Pressefreiheit. Die Organisation
ruft dazu auf, eine Petition zur Unterstützung Ismayilovas zu
unterzeichnen: http://bit.ly/y69ds7.
Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska
Pressearbeit
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 202 15 10 - 16
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Datum: 15.03.2012 - 16:12 Uhr
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