Neue OZ: Kommentar zu Umwelt / Agrar / Gülle
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Früher hatten Bauernhöfe eine überschaubare Größenordnung; die
eigenen Flächen reichten aus, um die Abfälle aus der Tierhaltung als
Dünger zu verwerten. Das hat sich vielerorts ins krasse Gegenteil
verkehrt. Aus dem Boden gestampft wurden gerade im Weser-Ems-Gebiet
riesige Stallanlagen, die Gülle ohne Ende erzeugen, aber kaum noch
über eine Flächenbindung verfügen. Daraus resultiert ein gewaltiges
Entsorgungsproblem, das sich mit jedem neuen Großbetrieb weiter
verschärft. Und zu allem Überfluss drängen auch noch industrielle
Unternehmen aus Holland auf den hiesigen Markt, weil sie wegen
strengerer Auflagen im eigenen Bereich an Grenzen stoßen.
Lange, viel zu lange haben Politiker dieser Entwicklung tatenlos
zugesehen. Sie beschworen weihevoll das Leitbild vom bäuerlichen
Familienbetrieb, während sich in der Praxis die Strukturen dramatisch
veränderten. Ausufernde Tendenzen einzufangen und wieder vernünftige
Rahmenbedingungen für die heimischen Landwirte zu schaffen ist
überfällig. In Gebieten, in denen Gülle Luft und Wasser verseucht, wo
Mais als Monokultur die Landschaft prägt und Pachten Mondpreise
erreichen, stimmt etwas nicht, und dort wird auch zunehmend die
Akzeptanz für diese Form von Agrarwirtschaft sinken. Ein
Güllekataster mit strenger Verbleibskontrolle wäre immerhin ein
Ansatz. Es kann das Problem mildern, ohne es voll zu lösen.
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Datum: 16.03.2012 - 22:00 Uhr
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